Bochum: Langendreer - Harpen - Innenstadt - Universitätsstraße - Langendreer (22km, Ø 28,4km/h)

Nach erledigtem Tagwerk zieht es mich nochmal aufs Rad. Für einen touristisch wertvollen Velo-Ausflug reicht die Zeit leider nicht - na dann halt Sport!
Ich entscheide mich für die recht rennradtaugliche Runde über Harpen und die Castroper Straße in die Innenstadt, dort einmal um den Ring und über die Universitätsstraße wieder heim. Unterwegs benutze ich Radwege nur, wo ich unbedingt muss, und schwimme sonst einfach selbstbewusst im Verkehr mit. Dabei verzichte ich auf übermütige Stunts, lasse es aber durchaus auf Geschwindigkeit ankommen, um auch mal wieder so richtig “auf Puls” zu fahren. Der Tacho zeigt am Ende dann auch einen äußerst knackigen Schnitt an, trotz der unzähligen Ampelstopps zwischendurch.
Die auf dem letzten Kilometer aufkommenden Krämpfe in Wade und Fußsohle (!) zeigen mir dann, dass das für den aktuellen Trainingsstand genau die richtige Dosis war. Ab nachhause, Dusche, Pizza! :)

Bochum: Langendreer - Kirchharpen - Zentrum - Universität - Langendreer (23km, Route bei GPSies.com)

Das Jahr endet mit geradezu frühlingshaften 13 Grad, leider bei recht heftigem Wind. Die Wetterfrösche warnen vor Böen bis Stärke acht – naja, das werd ich schon überleben. Mein ganz persönliches Radelfinale 2017 gehe ich auf dem Renner an, der hat dieses Jahr wirklich wenig erlebt. Nun darf er noch einmal auf die Straße für eine schnörkellose Runde in die Bochumer Innenstadt.
Schon in Werne und Kirchharpen genieße ich den Platz, den ich auf der Straße habe. Autos sind nur sehr wenige unterwegs, auch abseits der Straßen sind kaum Menschen zu entdecken. Ob die alle schon die Raclette-Platten vorheizen…?
Fast schon gespenstisch still ist es dann in der Innenstadt, ich habe Bochum wohl noch nie so ruhig erlebt. Kaum Spaziergänger, nicht einmal im innersten Stadtzentrum, und auch die Autos sind nur ampelphasenweise in kleinen Grüppchen unterwegs. Sehr ungewöhnlich, aber nicht unangenehm :) Nur der Wind pfeift immer wieder recht heftig (wobei die Bochumer City auch bei ruhigeren Wetterverhältnissen den Eindruck erweckt, als Windkanal konzipiert worden zu sein).
Nach der obligatorischen Runde um den Innenstadtring biege ich für den Weg zurück nach Langendreer nicht wie gewohnt auf die Wittener Straße ab, sondern entscheide ich mich für die etwas sportlichere Variante über die Universitätsstraße. Da gibts noch ein paar Höhenmeter zu holen, und vielleicht lege ich so auch noch ein, zwei Kilometer mehr aufs recht klamme Jahreskonto.

Die finale Auswertung 2017 ergibt 450 Kilometer auf dem Mounti und magere 86 auf dem Renner. In Summe immerhin über fünfhundert, das muss das absolute Minimalziel für nächstes Jahr sein.

Bochum am Abend

Bochum-Langendreer - BO-Harpen - BO-Zentrum - BO-Langendreer (20km, Route bei GPSies.com)

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Hauptbahnhof Bochum

Wenn ich die warmen Klamotten schon einmal draußen liegen hab, kann ich die Jahresend-Freizeit ja gleich noch für eine weitere Abendrunde nutzen. Der weihnachtlich-prall gefüllte Leib mahnt eh zu etwas Bewegung, also verpacke ich mich wieder in diverse Lagen Textil und starte in Richtung Innenstadt. Kleine Runde durch Harpen, kleine Runde durchs Stadtzentrum, Foto hier und da – und schon bringt mich die Wittener Straße wieder nachhause. Dabei probiere ich auch zum ersten Mal die Fahrrad-Umleitung um die aktuell abgerissene stadtauswärtige Brücke der Wittener Straße über den Sheffieldring aus. Diese führt über die Mette- und Dannenbaumstraße und ist bestens mit gelben Vorwegweisern ausgeschildert. Lob ans Tiefbauamt :)

City Slicker

Bochum-Langendreer - BO-Harpen - BO-Zentrum - BO-Stiepel - Kemnader See - BO-Langendreer (29,8km, Ø 24,1km/h, Route bei GPSies.com)

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Nennen wir es urbane Rennrad-Romantik.

Auf dem Fahrrad kann man in und um Bochum einiges erleben. Natur und Ruhe auf den Feldern, aber auch innerstädtisches Gewusel. Ich wollte beides, also fuhr ich zunächst über die Felder in Richtung Harpen. Dort tauchte ich dann ins Gewühl ein und folgte der Castroper Straße in die Innenstadt, wo ich frech im Verkehr mitwuselte. Wenn die Kollegen in den Autos erst einmal akzeptiert haben, dass da einer auf dem Rad genau so schnell ist wie sie, sind sie eigentlich ganz freundlich. Vielleicht gehört auch dazu, dass man sich an die Regeln hält und nicht ständig versucht, überall der Schnellere zu sein. An den Ampeln spare ich mir jedenfalls den Stress, immer bis ganz nach vorn zu drängeln, und bei Rot halte ich sowieso (Ampelignoranz ist ja ein sehr beliebter Vorwurf Fahrradfahrern gegenüber). Im Gegenzug nehme ich mir dann auch die Freiheit, eine Spur für mich zu beanspruchen und gleichberechtigt mit dem Verkehr mitzuschwimmen.

Weil ich noch Lust auf einen kleinen Anstieg hatte, fuhr ich aus der Stadt nicht direkt nachhause, sondern bog auf die Königsallee ab, nach Stiepel hinauf. Hier war mir das Glück dann noch hold, denn ein großer Reisebus vor mir hatte die selbe Route. Der hat mich so kräftig in seinen Windschatten gesogen, da konnte ich mich gar nicht wehren und musste notgedrungen mit 45 km/h bergan fahren! :)

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Dunkel ists abends am Kemnader See. Und still.

Von Stiepel ließ ich es dann hinab zur Ruhr rollen. Es war inzwischen dunkel, und überall war mit Laub auf der Straße zu rechnen. Also blieb ich hochkonzentriert und verzichtete auf Höchstgeschwindigkeitsorgien - ich hatte einfach keine Lust, mich lang zu machen.

Unten an der Ruhr verließ ich dann die Straße und schwenkte auf den Ruhrtalradweg entlang des Kemnader Sees ein. Welche Ruhe, welche Entspannung! Im Schein der Helmlampe sah ich so manches Augenpaar am Waldrand blinzeln und hatte dann schließlich auch noch die Freude, ein Reh aus allernächster Nähe zu beobachten.

Über die Kleinherbeder Straße spurtete ich dann heim - inzwischen plagte mich profaner, aber kräftiger Hunger.

Dort! Mund!

Bochum-Langendreer - Witten-Stockum - Dortmund-Eichlinghofen - DO-Hörde - Umrundung Phoenix-See - DO-Zentrum - DO-Kirchlinde - DO-Bövinghausen - BO-Gerthe - BO-Zentrum - BO-Langendreer (60,8km, Ø 25,2km/h; Route bei GPSies.com)

Diese Runde auf dem Rennrad führte mich endlich mal wieder an den Phoenix-See nach Dortmund-Hörde. Da war ich schon lange nicht mehr, und so klickte ich mir morgens bei den GPSies schnell eine Route zusammen und fütterte mein Garmin damit.
Wo heute der Phoenix-See Ausflügler (und Immobilienspekulanten) erfreut, stand früher “Phoenix Ost”, ein Stahlwerk des Hörder Vereins. (Der Unterschied zwischen damals und heute erschließt sich recht gut in diesem Bild.)
Die Tour führte mich über Witten-Stockum und Dortmund-Eichlinghofen in Richtung Hörde, wo ich zunächst “Phoenix West” besichtigte. Hier kann man noch die Reste der Hochöfen und Kühltürme sehen, die viele Jahre das Bild von Hörde geprägt haben. Inzwischen ist rund um diese Industriedenkmäler ein Gewerbegebiet entstanden, in dem sich nach und nach neue Firmen ansiedeln. Zum einen ist das natürlich ein sehr spannender Arbeitsort - zum anderen ergibt sich so natürlich auch ein interessanter Kontrast zwischen Geschichte und Gegenwart.

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Das Westende des Phoenixsees - oder auch: Ziemlich modern und hässlich, das neue Hörde. Aufs Bild klicken für volle Größe (2755 × 800 Pixel / 394 KB).

Dann durchquerte ich Hörde und genoss - teure, aber leckere Fritten im Bauch - eine wunderbare Runde um den Phoenix-See. Wenn man die Klötzchen-”Villen” der Dortmunder Schickeria links und rechts des Sees ignoriert, ist hier ein tolles Stück städtischer Naherholung entstanden. Natürlich ist auf Fuß- und Radwegen rund um den See entsprechend viel los, vor allem am Wochenende. Ich hatte es zeitlich jedoch gut abgepasst und den See schon umrundet, bevor die Nachmittagsspaziergänger einfielen.
Für den Heimweg hatte ich mir vorgenommen, den Dortmunder Innenstadtring zu streifen und dann nachhause zu fahren. Als ich dann aber durchaus noch Lust und Körner verspürte, verlängerte ich die Tour noch spontan über Gerthe in die Bochumer Innenstadt. Dann reichte es aber wirklich, eine zusätzliche Verlängerung über Witten ließ ich lieber bleiben. Vielleicht beim nächsten Mal.

In Summe war dies eine tolle Rennrad-Tour bei wunderbaren Wetter. Viel gesehen, und endlich mal wieder so richtig Meter gemacht! Wer es ruhiger mag, sollte seine Tour aber vermutlich anders planen: Die allermeiste Zeit bewegte ich mich auf gut frequentierten Straßen, auf denen ich zwar schnell vorankam, aber dafür natürlich wenig entspannt und erholsam. Rennrad-Hatz eben - muss man wollen.