Unvollendet

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‘Auf deiner Königsallee … finden keine Modenschau’n statt’

Bochum-Langendreer – Kemnader See – BO-Stiepel – BO-Innenstadt – BO-Universität (26 km)

Auf der Suche nach einer weiteren flotten Asphalt-Hatz starte ich in Richtung Kemnader See. Dort komme ich für meinen Geschmack deutlich zu schnell an und beschließe, dass da noch mehr gehen muss: Hinauf nach Stiepel! Das ist natürlich anstrengend, aber dank der zahlreichen Touren der letzten Wochen stehe ich offenbar recht gut im Futter, und die Beine geben richtig Kette. Da geht was, und so lasse ich es auch bergab in Richtung Innenstadt alles andere als entspannt angehen. Die Königsallee hinunter bin ich bisweilen schneller als die Autos und reite eine herrliche grüne Welle.

In der Innenstadt entschließe ich mich dann zu einer Pause und verputze ein leckeres Eis. Dabei strahlt die Sonne warm von oben auf mich herab, dass es nur so eine Wonne ist.

Und danach? Soll ich mir die gute Laune im Gewühl auf der Wittener Straße gleich wieder versauen? Nööö, ich entscheide mich ohne Zögern für den Umweg über die Universitätsstraße. Die bietet einen breiten Radweg (und wo der fehlt, genug Platz für alle). So komm ich auch nachhause, aber entspannter; außerdem noch mit ein paar schicken Steigungen und Abfahrten.

Und dann, direkt an der Universität, endet die Fahrt urplötzlich mit lauten TSCHINGTSCHINGTSCHING – Speiche gerissen :(
Das beendet diese an sich wirklich schöne Renner-Runde ziemlich ansatzlos. Irgendwie … unvollendet. Tja, machste nix, beim nächsten Mal wieder!

Dort! Mund! (II)

Bochum-Langendreer – Witten-Stockum – Dortmund-Eichlinghofen – DO-Hörde – Umrundung Phoenix-See – DO-Zentrum – DO-Lütgendortmund – BO-Langendreer (39 km, als GPX herunterladen)

Okay, inzwischen bin ich wirklich ein wenig heiß auf diese Zweistünder auf dem Rennrad. Also wieder raus, gen Osten diesmal. Am Phoenix-See war ich lange nicht!

Jeglichen touristischen Anspruch kippe ich ganz schnell über Bord, auch heute will ich Asphalt räubern! Und so fetze ich die Hörder Straße durch Stockum, Eichlinghofen und Renninghausen und stehe verdammt flott in Hörde am Phoenix-See. Ein, zwei Ich-war-hier-Fotos, und schon schwinge ich mich wieder auf den Sattel. Geht ja um den Sport heute!

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Phoenix-See. Bauen die schon wieder oder immer noch?

Um nicht einfach wieder die selbe Strecke wieder zurückzufahren, lege ich noch einen kleinen Umweg über den Dortmunder Ring ein. Kein schönes Radelrevier, liebe Dortmunder Stadtverwaltung, da ist noch deutlich Luft nach oben! Der Radweg neben der Fahrbahn ist benutzungspflichtig, aber kacke: Immer wieder Absenkungen, gepflastert statt asphaltiert, und immer mal von Baustellen unterbrochen – da bleibe ich mit meinem ungefederten Renner lieber auf der Straße. Das stört heute zum Glück keinen, denn zum Sonntagmittag sind kaum Autos unterwegs.

Über Dorstfeld und Lütgendortmund fahre ich heim und freue mich, dass es wieder einmal auf einen 27er Schnitt hinausläuft. Noch ein kleiner Schlussspurt durch Langendreer, und schon stehe ich unter der Dusche und freue mich über eine weitere erfolgreiche und herrlich sportliche Renner-Hatz.

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Bergbaumuseum Bochum

Bochum: Langendreer – Universität – Zentrum – Altenbochum – Langendreer (24 km)

Damit der Renner auch endlich mal wieder Asphalt sieht, starte ich zu einer schnellen Runde in die City. Zeit habe ich ein bisschen, aber es sieht verdammt nach Regen aus. Also lieber beeilen!

Über die Universitätsstraße fahre ich mit flottem Kurbelschlag in die Innenstadt und drehe dort meine obligatorische Runde um den Ring. Eine kleine Pause gönne ich mir zwischendurch am Bergbaumuseum (wollte ich das nicht auch schon ewig mal von innen gesehen haben…?). Und dann geht es auf der Wittener Straße auch schon wieder heim.

Die wenigen Autofahrer, die unterwegs sind, lassen mich dankenswerterweise in Ruhe, und so kann ich den Kopf ein wenig abschalten und mich ganz aufs Kurbeln konzentrieren. So richtig gleichmäßig gelingt mir das aber nicht, denn ständig werde ich von roten Ampeln ausgebremst. Das ist vor allem auf der Wittener Straße ein echter Sackgang, aber glücklicherweise auch das einzige, was mich heute wirklich nervt.

Nach der penetranten Roten Welle bin ich zuhause dann auch ziemlich überrascht, dass es tatsächlich noch zu einem Schnitt von über 26 km/h gereicht hat. Vielleicht plane ich die nächste Asphalt-Runde ja lieber nicht in der Stadt, sondern auf schicken Landstraßen.

Bochum-Langendreer – BO-Zentrum – BO-Stiepel – Umrundung Kemnader See – Witten – BO-Langendreer (35 km, als GPX herunterladen)

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Kleines Spiel mit der Perspektive am Boulevard

Na, wenn das mal nicht ein früher Saisonauftakt ist! Von Osten ziehen zwar dicke Wolken heran, aber noch ists trocken. Also mache ich fix das Rennrad flott – das hat sich vor lauter Kummer darüber, dass sein letzter Ausritt schon deutlich mehr als zwei Jahre zurückliegt, die Reifen platt geweint. Aber dann gehts los, schnellen Pedalschlags jage ich die Wittener Straße stadteinwärts. Hatte fast schon vergessen, wieviel leichter sichs auf dem Renner fährt!
Die Innenstadt umrunde ich ganz traditionell auf dem Ring, wo herrlich wenig Verkehr ist. Selbstbewusst kann ich eine Fahrspur für mich beanspruchen, ohne von hunderten wütenden Autofahrern weggehupt zu werden.
Weil “einfach wieder nachhause fahren” langweilig wäre und ich noch Zeit und Körner habe, beschließe ich einen kleinen Umweg über Stiepel. Zog sich der Anstieg dort hinauf eigentlich schon immer so lang hin?
Und weil ich dann immer noch nicht genug habe, gibts als Dessert noch eine Runde um den Kemnader See. Hier ist nun aber wieder ordentlich was los, die Massen spazieren, joggen und skaten sich die Weihnachtspfunde runter. Also Hände an die Bremsen und nicht hetzen, soll ja nicht in Stress ausarten.
Über Witten fahre ich wieder nachhause und freue mich über die sportliche Tour und auf eine heiße Dusche. Habe ich meinen Alu-Gaul beim Abstellen tatsächlich leise freudig wiehern gehört…?

Bochum-Langendreer – Witten – Wengern – Gevelsberg – Hagen – Herdecke – Dortmund-Syburg – Herdecke-Kirchende – Schnee – Witten – BO-Langendreer (56 km, als GPX herunterladen)

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Mit dem Charme eines Meters Autobahn: Hagen Hauptbahnhof

Ich habe große Lust auf eine Runde über Land. Her mit dem Asphalt, her mit den Landstraßen! Ich schaue auf die Karte: Wie wäre es denn mit einem Ausflug nach Süden? Gevelsberg, da könnte ich mal hinfahren. Und da geht doch auch eine Straße nach Hagen, und wenn ich einmal dort bin, könnte ich ja auch gleich nochmal das Rondell zur Syburg hochkurbeln.

Gedacht, getan! Und schon sitze ich auf dem Rad und fahre aus Witten in Richtung Wengern hinauf. So hatte ich mir das vorgestellt: Mitschwimmen im Verkehr, guter Asphalt, ordentlich Druck auf den Reifen. Straßenhatz eben!
In Wengern biege ich rechts in Richtung Silschede ab. Bis dorthin gehts bergan, mal mehr, mal weniger steil. Aber weil recht wenig Autoverkehr ist, das Wetter gerade perfekt mitspielt und die Landschaft das Übrige dazu tut, macht die Steigung nichts. Im Gegenteil, ein wenig Sport soll es ja auch sein.

Silschede markiert direkt den höchsten Punkt der ganzen Tour. Nun geht es wieder hinab nach Gevelsberg, und dort – immer entlang der Ennepe – nach Hagen. Diese Stadt glänzt wahrlich nicht durch Anmut, der Hauptbahnhof und die danebenliegende Brache geben dieses traurige Bild ganz gut wieder. Aber ich bin ja auch nicht des Tourismus’ wegen hier, also weiter!

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Herdecke: Ruhrviadukt und Heizkraftwerk Cuno

Ich möchte zum Hengsteysee, um von dort aus das Rondell zur Syburg hinaufzuschnaufen. Allerdings verpasse ich in Hagen erst einmal den Abzweig und komme deutlich zu weit westlich an der Ruhr raus, nämlich in Herdecke. Der direkte Weg von dort zum Hengsteysee ist der Ruhrtalradweg, und so fahre ich dann doch noch einen der überfüllten Touri-Radwege. Das wollte ich heute eigentlich vermeiden und hatte ja ganz bewusst die großen Straßen gesucht. Verdammt, und dann ist der Ruhrtalradweg an dieser Stelle auch noch so rumpelig von all den Wurzelaufbrüchen.

Am Hengsteysee gönne ich mir nach etwa 35 Kilometern die erste echte Pause. Kekse und Äpfel müssen als Verpflegung reichen, die Beine können sich ein Viertelstündchen ausruhen. War eine ziemliche Hatz bis hierhin, ein paar Körner muss ich mir noch für die Syburg aufheben. Nach oben gehts im Rondell, im kleinen Gang mit konstanter Drehzahl geht das ganz gut. Das gute Wetter hat die Leute nach draußen gelockt, in den engen Kurven frohlocken die Fahrer von Motorrädern, Cabrios und Oldtimern. Letztere sind heute überaus zahlreich unterwegs, da hat wohl ein Club eine Ausfahrt.

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Über dem Hengstey thront die Syburg.

Die Syburg selbst lasse ich links liegen und quere zur B 54. Die führt im Schuss hinunter nach Herdecke-Kirchende, das lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Im freien Fall jage ich hinab. Ja, das ist die Asphalt-Freude, die ich heute gesucht habe!

Kirchende liegt leider unten im Tal, und Witten, das nächste Zwischenziel, liegt hinterm Berg. Hinter dem Schnee, um genau zu sein. Also wieder: Kleinster Gang, Drehzahl konstant halten und hoch. Allerdings merke ich nun, dass ich schon einiges an Kilometern in den Beinen habe: So langsam wirds schmerzhaft. Aber dann habe ich die Strapazen hinter mir und kann mich auf der Ardeystraße nach Witten hineinfallen lassen. Genug Asphalt für heute, ab nachhause! Und diese Runde kommt auf den Zettel fürs Rennrad, das ist auch irgendwann mal wieder dran.