Bochum - Witten - Wetter - Herdecke - Witten - Bochum (42,0km, Ø 22,5km/h)

2010-11-25.jpgWährend es in meiner ursprünglichen Heimat Sachsen schon heftig schneit, und Fahrradfahren eigentlich nur noch mit Grobstollen und viel Humor möglich ist, kann man hier im Ruhrgebiet noch getrost von “Novemberwetter” reden. Den ganz großen Spaß machts natürlich auch nicht, bei vier Grad und immer mal wieder einsetzendem Nieselregen mit dem Fahrrad durch die Botanik zu heizen, aber wozu hab ich schließlich meine diversen Lagen Klamotten. Ist jedesmal nervig, mich da schichtweise reinzupellen, aber dafür muß ich auch bei den aktuellen Witterungsbedingungen keine Angst vor Nässe und Kälte haben.
Kälte ist ein gutes Stichwort: Wer dieser Tage den Ruhrtalradweg in Witten unter die Räder nimmt, sollte vor allem abends höllisch aufpassen: Am Fluß ists schon so kalt, daß die Nachtigallbrücke überfroren und schweineglatt ist. Hinter mir hats dann zum Beweis auch gleich herzhaft einen Radler gemault - Obacht geben!

Die heutige Runde macht mit ihren 42 Kilometern Länge übrigens exakt die - Tusch! - 3.000 Jahreskilometer voll! Damit hatte ich zu Beginn der Saison nicht im Traum gerechnet - angesagt war die Hälfte. Da freumir uns :)

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Ein Novemberabend am Harkortsee, aufgenommen am westlichen Ufer. Links das Heizkraftwerk Cuno, dahinter Herdecke; rechts im Bild Wetter. Aufs Bild klicken für volle Größe (4326 × 800 Pixel / 296 KB).

Bochum - Witten - Wetter - Hagen - Herdecke - Witten - Bochum (52,3km, Ø 25,4km/h)

2010-11-17.jpgIch freu mich ja immer ganz besonders, wenn die Autofahrer kurz vor einer Mittelinsel (Beispielbild) noch zum Überholen ansetzen. Auf Höhe der Insel, also dort, wo es eng wird, gibt es dann immer zwei Möglichkeiten: Entweder behält der Autofahrer den korrekten Seitenabstand zu mir bei und riskiert, die Insel zu touchieren - oder er kommt einfach noch ein Stück nach rechts rüber. Bisher habe ich ausschließlich Variante zwei erlebt - das Risiko, den Radler zu treffen, scheinen Autofahrer in solchen Situationen generell weniger schlimm zu finden.
Heute aber passierte es: In Herdecke versuchte ein Audi-Fahrer, sich noch eben vor einer Mittelinsel sportlich an mir vorbeizuzwängen. Irgendwas schien er - im Gegensatz zu vielen anderen Autofahrern - aber schon einmal vom Überholabstand gehört zu haben, und ließ mir geradezu erfreulich viel Platz. Mit dem Ergebnis, daß nacheinander beide linken Räder bei geschätzten 60km/h mit häßlichem Geräusch auf die Kante der Insel knallten. Wenn die Felgen noch rund laufen, bin ich der Kaiser von China! Leider kam ich aber vor Schadenfreude gar nicht dazu, seinen Schmerz zu teilen…hundert Meter weiter stand nämlich die schon lange sichtbare rote Ampel, an der ich auf der Linksabbiegerspur - gehässig in mich hineinfeixend - eh wieder neben ihm stand.

Außerdem habe ich auf dieser recht frischen, aber zunächst sehr angenehmen abendlichen Herdecke-Runde gegen Ende hin sogar noch etwas geradezu Poetisches festgestellt: Das zartgrüne Blatt des Tourenzieles pflegt bisweilen an einem schier endlos langen Hungerast zu wachsen.

Bochum-Langendreer - Kemnader See - Witten - Bochum-Langendreer (18,8km, Ø 15,0km/h; Route bei GPSies.com)

2010-11-14_2.jpgEndlich mal eine trockene Phase nach tagelangem Regen; sofort rief ich Dirk an und lud ihn auf eine Runde zur Ruhr ein. Er brachte nicht nur sein Rad, sondern auch noch seine kleine Testpilotin für den Fahrradanhänger mit, der seit kurzem unseren Fuhrpark ergänzt. Die Einweihungstour sozusagen.
Es war nichtmal frisch, angenehme 15 Grad, als wir in Richtung Kemnader See starteten. Mit Trailer sind so manche Strecken, die ich sonst solo zu flitzen pflege, nicht so recht ratsam. Deshalb fuhren wir einen ziemlichen Haken, dafür aber stets auf Radwegen oder abseits der großen Straßen.
Am Kemnader See angekommen, blieben wir an der Ruhr - bis es aufgrund des Hochwassers nicht mehr ging (siehe unten) und wir auf den “Radweg” neben der Herbeder Straße ausweichen mußten. Auf der Höhe der Wittener Edelstahlwerke querten wir die Ruhr über die Nachtigall-Brücke und wollten dann auf der anderen Seite in Richtung Wengern fahren. Da machte uns das Wetter dann aber einen Strich durch die Rechnung, als es schließlich doch noch zu regnen begann.
Nach kurzer Pause und kritischem Blick zum Himmel entschieden wir uns für den Heimweg - es hatte sich inzwischen herrlich eingeregnet, und nichts deutete auf baldige Besserung hin. Also auf direktem Weg nachhause, noch einen schönen Kaffee getrunken und die wirklich hübsche Tour nochmal Revue passieren lassen.
2010-11-14_1.jpgDer Kurzen gefiel es nach anfänglichem Mißtrauen übrigens so gut im Anhänger, daß sie irgendwann sogar protestierte, als wir zwischendurch kurz anhielten - schreit nach Wiederholung, würde ich sagen.

Hochwassersituation an der Ruhr

Am Kemnader See ist der Ruhrtalradweg problemlos befahrbar; in östlicher Richtung ist dann aber am Wittener Kanuclub Schluß: Der Weg ist überflutet, und weder die Wassertiefe noch die Länge der überschwemmten Strecke sind zu erkennen. Muß man nicht unbedingt ausprobieren, erst recht nicht im Gespannbetrieb.
Ausweichen kann man über die Herbeder Straße, aber auch die Straße “In der Lake”, die zur Herbeder Straße hinauf führt, steht zwischen zwei Wiesen auf etwa fünfzig Meter Länge unter Wasser. Ich bin ohne Probleme durchgefahren - als Alternative bietet sich der parallel verlaufende Alte Fährweg an.
Am Herbeder Wehr ist komplett Land unter, die Ruhrfähre ist selbstverständlich außer Betrieb. Die Wiesen dort stehen etwa einen Meter unter Wasser.