Bochum-Langendreer, Witten-Heven, Kemnader See, BO-Langendreer (18,1km, Ø 17,6km/h; Route bei GPSies.com)

2012-05-30.jpgEs ist - mitten im Ruhrgebiet! - das kleine große Gefühl von Ozean, Wind und Wellen, wenn man den Leuchtturm am Kemnader See ansteuert. Und das ist auch so gewollt: Der Turm an der Einfahrt zum Hafen Heveney wurde 2009 vom Freizeitzentrum Kemnade tatsächlich dafür gebaut, den Schülern seiner Wassersportschule “Bedingungen wie an der See zu bieten” (siehe derwesten.de). Er ist Teil einer kompletten Hafenbefeuerung, die den Kemnader See europaweit einzigartig und als Ausbildungsgebiet sehr interessant für Wassersportler macht. So lassen sich nämlich nicht nur die Prüfungen für Binnen-Scheine, sondern sogar auch die für den “Sportbootführerschein See” auf dem Kemnader See absolvieren.

Für radelnde Ausflügler wie mich ist der schicke grün-weiß gestreifte Leuchtturm natürlich nicht als maritime Herausforderung interessant, sondern als sehenswerte Landmarke mit tollem Blick auf den See. Dafür lohnt es sich, den Rundweg um den Kemnader See zu verlassen und hinaus auf die Halbinsel zu fahren, wo der knuffige kleine Turm die Hafeneinfahrt markiert. Ein paar Bänke laden zu einer Pause ein, bei der man den Seglern beim Kreuzen zuschauen kann. Oder man lässt einfach die Seele baumeln und summt ein Lied von Hans Albers

Bochum-Langendreer, Rheinischer Esel bis Dortmund-Kruckel, Witten-Schnee, Herdecke-Kirchende, Endertal, Wetter, Ruhrtalradweg bis zum Kemnader See, BO-Langendreer (48,7km, Ø 14,8km/h; Route bei GPSies.com)

UPDATE: Anfang Juni bin ich diese Tour noch einmal gefahren und habe viele Fotos geschossen.

Erneut wollen wir Herdecke über den Rheinischen Esel bereisen. Das Wetter spielt - im Gegensatz zum ersten Versuch - ordentlich mit; zwar schieben sich immer mal wieder dicke Wolken vor die Sonne, aber bei zwanzig Grad soll es zumindest trocken bleiben. Wobei “trocken” relativ ist: Am Morgen ist ein Gewitter übers Ruhrgebiet gezogen und hat ordentlich Wasser hinterlassen - und das holt die Sonne nun wieder aus dem Boden. An manchen Stellen ist die Luft feucht wie in einer Waschküche, aber im Großen und Ganzen sind die Bedingungen ordentlich.

2012-05-01_1.jpgAuf dem Programm steht fast die gesamte Strecke des Rheinischen Esels, dann soll es nach Süden über den Kamm ins Endertal gehen und von dort aus entlang der Ruhr zurück. Wir starten am Markt in Langendreer und halten auf der Oberstraße auf den Rheinischen Esel zu. Dieser nähert sich mit großen Schritten seiner Fertigstellung: Inzwischen sind fast alle Brückenauffahrten fertig gepflastert, nur noch einige wenige offene Löcher klaffen. Man kommt aber überall durch, auch mit Anhänger.
Ab Witten ist die ehemalige Bahntrasse nicht mehr asphaltiert, was an sich (bis auf ein wenig Staub im Sommer) kein Problem ist. Nach dem morgendlichen Gewitterregen stehen nun aber immer wieder große Pfützen auf dem Weg; wir werden die Räder wohl bald wieder putzen müssen.
In Kruckel verlassen wir den Rheinischen Esel - und dann wird es spannend: Um auf den Schnee hinaufzukommen, einen der Bergrücken, die Witten nach Südosten vom Ruhrtal trennen, müssen wir “Am Hülsenberg” hinausschnaufen - eine Straße mit satten 17% Steigung. Das dürfte nicht nur diejenigen herausfordern, die einen Anhänger ziehen!

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Blick vom Schnee hinab nach Herdecke. Aufs Bild klicken für volle Größe (2.281 × 800 Pixel / 277 KB).

2012-05-01_2.jpgVom Rheinischen Esel aus macht man hier etwa 120 Höhenmeter gut; oben auf dem Schnee ist man dann auch auf dem höchsten Punkt der Route. Und dann gehts auf direktem Schuss wieder hinab gen Herdecke - hier zeigt sich, was die Bremsen können!

2012-05-01_3.jpgWir durchqueren Kirchende und fahren das idyllische Endertal hinunter, an dessen Ende wir an der Ruhr herauskommen. Am anderen Ufer verläuft der Ruhrtalradweg, den wir über die neue Wetterer Brücke erreichen. Jetzt führt uns die Route entlang der entspannt dahinfließenden Ruhr in Richtung Nordwesten. Am Fluss und in den Auen sieht man viele Tiere, die Wasserqualität ist offenbar beachtlich. Selbst Kormorane genießen mit ausgebreiteten Flügeln die wärmende Sonne.

In Witten, kurz vor der Zeche Nachtigall, steht man als Radfahrer vor der Entscheidung: Links der Ruhr bleiben, und dann an der Burgruine Hardenstein mit der kostenlosen Ruhrtalfähre übersetzen? Oder gleich über die Nachtigallbrücke und dann entlang der Herbeder Straße?
2012-05-01_4.jpgErsteres ist die offizielle Ruhrtalradweg-Route und an sich die besser Wahl; wir entscheiden uns trotzdem für Variante zwei, um die Wartezeit an der Fähre zu vermeiden. Zu recht, wie sich später beim Blick auf die große Radler-Meute an beiden Ufern zeigt. Auch der Imbiss an der Hevener Schleuse ist bestens besucht - und dabei hat die Saison erst begonnen.

Je näher wir dem Kemnader See kommen, desto voller wird der Radweg - dummerweise nicht nur mit Fahrradfahrern. Hier schaltet man am besten einen Gang hinunter, lässt sich durchs Gewühl treiben und ist froh, wenn man es hinter sich hat.

Entlang des Ölbachs und der Wittener Straße kehren wir nach Langendreer zurück. Dort lohnt sich unbedingt ein Halt beim Eiscafé Venezia (Alte Bahnhofstraße 57), wo man die absolvierten Kilometer bei einer großen Portion Gelati Revue passieren lassen kann.