Variantes d’Herdeque: Esel und Herbede

Bochum-Langendreer – Witten – Rheinischer Esel bis Dortmund-Löttringhausen – Auf dem Schnee – Herdecke-Kirchende – Witten – Kemnader See – BO-Langendreer (41 km, Ø 27 km/h, vMax 70 km/h)

Mit meinen bisherigen “Variantes d’Herdeque” hatte ich in den letzten Monaten durchaus meinen Spaß, die langwährende Baustelle im Endertal kreativ und auf neuen Wegen zu umfahren. Heute will ich aber mal sehen, ob das Endertal wieder befahrbar ist! Auch das wird aber wieder eine Variation der üblichen Route: Ich will nicht der Ardeystraße auf den Schnee hinaus folgen, sondern lieber dem Rheinischen Esel bis Löttringhausen – und von dort den Anstieg über die Blickstraße in Angriff nehmen.

Der Rheinische Esel ist in Witten auf langer Strecke nur mit einer wassergebundenen Oberfläche gesegnet. Die ist aktuell – mangels Wassers – leider nur wenig gebunden und staubt daher gruselig; außerdem bin ich ja auf dem Renner unterwegs, und für dessen grazile Bereifung sind all die Absenkungen, Steinchen und Stöckchen durchaus schon grenzwertig. Ich eile flott gen Dortmund, muss aber die ganze Zeit sehr konzentriert auf die Bodenbeschaffenheit achten. Auf dem Mounti fahre ich hier deutlich entspannter entlang!

In Dortmund-Löttringhausen wechsle ich dann wieder auf asphaltierte Straßen und nehme die Blickstraße hinauf auf den Schnee in Angriff. Was ich hier schon geschwitzt und geflucht habe! Die Touren der letzten Wochen scheinen aber einen wirklich guten Trainingsstand geschaffen zu haben, und so kurble ich konstant mit 15 bis 20 km/h vom Esel bis hinauf auf den Schnee, ohne auch nur einmal aus dem Sattel aufstehen zu müssen. Was für ein gutes Gefühl, diesen Anstieg so locker abzuspulen!

Vom Schnee gehts auf der anderen Seite in flotter Schussfahrt wieder hinab nach Kirchende. Hoppla, standen da eben 70 km/h auf dem Tacho? :) Das Endertal hinab – feiner neuer Asphalt dort! – übertreibe ich es dann nicht mehr ganz so, komme flott unten an der Ruhr an und biege in Richtung Witten rechts ab. Ich versuche, den Tacho möglichst konstant bei knapp über dreißig zu halten und trainiere ganz nebenbei meinen Langmut mit den zu knapp überholenden Autofahrern. Ersteres gelingt mir recht gut, zweiteres eher nicht…

In Witten beschließe ich dann, die Route noch einmal zu variieren, und fahre nicht gen Innenstadt, sondern bleibe an der Ruhr. Der folge ich dann bis zum Kemnader See, wo gerade das “Zeltfestival Ruhr” stattfindet. Da sind viele Autofahrer und Fußgänger unterwegs, ich gehe also lieber etwas vom Gas.

Über die Kleinherbeder Straße flitze ich dann schließlich nachhause zu Kaltgetränk und Dusche: Reicht für heute, es war wieder eine schöne Herdecke-Variante!

Herdecke zum Jahresabschluss

Bochum-Langendreer – Witten – Rheinischer Esel – Dortmund-Löttringhausen – Dortmund-Schnee – Herdecke-Kirchende – Wetter – Ruhrtalradweg – Witten – BO-Langendreer (35 km)

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Rheinischer Esel, Brücke über die Pferdebachstraße: Die Pylonen stehen schon (links hinten), drüberfahren geht aber noch nicht.

Petrussens Einladung zu einer Silvester-Runde – 13 Grad und Sonnenschein! – kann ich einfach nicht ausschlagen. Auf gehts also zum Rheinischen Esel, der bald auch wieder durchgängig befahrbar sein wird: Der Rohbau der Brücke über die Pferdebachstraße steht! Bis die Bauarbeiten endgültig abgeschlossen sind, muss man aber noch mit der Umleitung über die vielbefahrene Ardeystraße leben.
Den Esel fahre ich bis zu seinem Ende in Dortmund-Löttringhausen, von wo aus mich die Blickstraße auf den Schnee hinauf bringt. Das ist mit dem Anhänger am Haken ein echter Sport! Das schöne Wetter erlaubt oben einen tollen Blick in alle Richtungen, und auch die angenehmen (wenngleich überhaupt nicht zur Jahreszeit passenden) Temperaturen lassen mich schon sehnsüchtig auf den Frühling schielen, wenn alles wieder warm und grün ist.
Ich schieße auf der Südseite des Schnees nach Kirchende hinein, und von dort aus nicht minder flott das Endertal hinab zur Ruhr. Sehr zupass kommt mir dabei die Um- und Vorsicht der Autofahrer, die offenbar nicht so recht wissen, was sie von einem Fahrradanhänger mit buntem Wimpelchen dran halten sollen, der mit vierzig Stundenkilometern zu Tale jagt :) Jedenfalls überholen sie wirklich nur dort, wo es auch sinnvoll möglich ist, und halten dabei einen beruhigenden Seitenabstand ein.
In Wetter überquere ich die Ruhr und radele auf dem Ruhrtalradweg zurück gen Witten. Leider hat Petrus sein Pulver inzwischen verschossen, über mich zieht eine dunkle Wolkenfront hinweg. Die hat dummerweise auch Regen dabei, und so wird es auf die letzten Kilometer tatsächlich noch einmal ungemütlich. Nützt nix, ich muss ja zumindest noch nachhause kommen! Dort gibts dann die obligatorische heiße Dusche und die nicht minder obligatorischen Silvester-Berliner.

Die Bücher für das Jahr 2021 schließen mit 528 Kilometern auf dem Mounti und äußerst erfreulichen 760 auf dem Renner. Macht in Summe 1288 Kilometer, nicht schlecht dafür, dass ich nie Zeit zum Fahrradfahren finde – und auch noch einmal eine Steigerung zu 2020, als der Renner vollkommen unangetastet blieb.

Auf der Jagd nach dem 30er Schnitt

Bochum-Langendreer – Rheinischer Esel - Witten – Kemnader See – BO-Langendreer (19 km, Ø 29,1km/h)

Gehen Sie bitte weiter, es gibt hier nichts zu sehen. Na gut, vielleicht die Notiz über eine ziemlich schnelle Rennrad-Runde, die mich über den Esel nach Witten und von dort aus zum Kemnader See führt. Die Kleinherbeder Straße jage ich dann, den Wind im Rücken, mit konstant 40 km/h zurück nach Langendreer. Diese Hatz resultiert in einem Schnitt von über 29 km/h, da fehlt wirklich nur noch ein Quäntchen bis zur magischen Dreißig. Ich bin gespannt, ob mir das dieses Jahr wenigstens ein Mal gelingt!

Sonnen-Esel

Rheinischer Esel: Bochum-Langendreer – Dortmund-Löttringhausen – BO-Langendreer (20 km)

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Viel los: Rheinischer Esel

Na klar ist viel los auf dem Rheinischen Esel: Nur eine Woche, nachdem das Ruhrgebiet spektakulär im Schnee versank, sind bei allerschönstem Sonnenschein auf einmal fast zwanzig Grad – da wollen die Leute natürlich raus! Also strömen sie auf die Aussichtspunkte, in die Wälder, auf die Radrouten. Weil alle halbwegs aufeinander Rücksicht nehmen und kaum einer hemmungslos Radsport betreiben will, klappt das aber erstaunlich gut, und so kann jeder (auch ich) diesen wunderbaren Tag genießen.
Sonderlich touristisch wertvoll ists natürlich nicht, nur einmal den Esel rauf und wieder runter zu fahren. Aber darauf kams mir diesmal auch gar nicht an, ich wollte wie alle anderen einfach nur ein wenig Sonne tanken. Und das war wirklich schön!

Herdecke bis zum Gehtnichtmehr

Bochum-Langendreer – Witten – Rheinischer Esel – Dortmund-Löttringhausen – Dortmund-Schnee – Herdecke-Kirchende – Wetter – Ruhrtalradweg – Witten – BO-Langendreer (36 km, als GPX herunterladen)

Na, da habe ich ja mal ordentlich übernommen: Vollkommen ausgelaugt komme ich nach 45 Kilometern zuhause an und will einfach nur noch heiß duschen und ins Bett.

Aber der Reihe nach: Das gute Wetter stupst und zieht an mir: Los, ab aufs Rad! Sonnige Fünfzehn Grad, was willst du mehr Mitte November? Ich gebe dem Drängen nach und starte auf eine Herdecke-Runde. Fix gehts zum Rheinischen Esel, wo das Fahren ein ganz und gar entspanntes ist. Allerdings nach fünf Kilometern der erste herbe Dämpfer: Wichtige Utensilien daheim vergessen. Also umdrehen, zurück nachhause. Als ich dort ankomme, habe ich die ersten zehn Kilometer schon in den Beinen. Drehung, zurück zum Esel. Dem folge ich bis zu seinem östlichen Ende in Dortmund-Löttringhausen, aber ich merke schon unterwegs: Der bevorstehende Weg hinauf den Schnee wird kein leichter werden, schon auf der Ebene fehlen mir die Körner. Und dann stehe ich vor der ersten Steigung: Kleinster Gang und hochorgeln. Das ging alles schonmal besser, heute ist wirklich der Wurm drin.

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Dortmund von der Blickstraße aus gesehen

Schwer schnaufend – und ein bisschen über mich selbst fluchend – komme ich schließlich oben auf dem Schnee an. Nun kann ich mich immerhin nach Herdecke hinab rollen lassen und dabei auch den Puls wieder ein wenig normalisieren. Durch Kirchende gehts noch ein wenig bergab, aber dann: Wieder eine Steigung, wieder kleinster Gang, wieder schnaufen. So macht das keinen Spaß :(

Das Endertal hinab kommt dann wieder Freude auf, aber ich merke schon lange: Die Beine machen heute einfach nicht gescheit mit. Bis heim muss ichs aber noch schaffen, also schnaufe ich in Wetter über die Ruhrbrücke und fahre den Ruhrtalradweg gen Witten. Es zwickt gemein in den Oberschenkeln, jetzt bloß keine Schnörkel mehr: Diretissima nachhause! Auch kleine Steigungen drücken nun gewaltig aufs Tempo, aber darauf kommts jetzt auch nicht mehr an. Irgendwann habe ich es dann geschafft und stolpere kaputt unter die Dusche. So hatte ich mir das nicht vorgestellt!

Ach, mimimi. Beim nächsten Mal wird alles besser!