Sonnen-Esel

Rheinischer Esel: Bochum-Langendreer – Dortmund-Löttringhausen – BO-Langendreer (20 km)

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Viel los: Rheinischer Esel

Na klar ist viel los auf dem Rheinischen Esel: Nur eine Woche, nachdem das Ruhrgebiet spektakulär im Schnee versank, sind bei allerschönstem Sonnenschein auf einmal fast zwanzig Grad – da wollen die Leute natürlich raus! Also strömen sie auf die Aussichtspunkte, in die Wälder, auf die Radrouten. Weil alle halbwegs aufeinander Rücksicht nehmen und kaum einer hemmungslos Radsport betreiben will, klappt das aber erstaunlich gut, und so kann jeder (auch ich) diesen wunderbaren Tag genießen.
Sonderlich touristisch wertvoll ists natürlich nicht, nur einmal den Esel rauf und wieder runter zu fahren. Aber darauf kams mir diesmal auch gar nicht an, ich wollte wie alle anderen einfach nur ein wenig Sonne tanken. Und das war wirklich schön!

Bochum-Langendreer – Witten – Rheinischer Esel – Dortmund-Löttringhausen – Dortmund-Schnee – Herdecke-Kirchende – Wetter – Ruhrtalradweg – Witten – BO-Langendreer (36 km, als GPX herunterladen)

Na, da habe ich ja mal ordentlich übernommen: Vollkommen ausgelaugt komme ich nach 45 Kilometern zuhause an und will einfach nur noch heiß duschen und ins Bett.

Aber der Reihe nach: Das gute Wetter stupst und zieht an mir: Los, ab aufs Rad! Sonnige Fünfzehn Grad, was willst du mehr Mitte November? Ich gebe dem Drängen nach und starte auf eine Herdecke-Runde. Fix gehts zum Rheinischen Esel, wo das Fahren ein ganz und gar entspanntes ist. Allerdings nach fünf Kilometern der erste herbe Dämpfer: Wichtige Utensilien daheim vergessen. Also umdrehen, zurück nachhause. Als ich dort ankomme, habe ich die ersten zehn Kilometer schon in den Beinen. Drehung, zurück zum Esel. Dem folge ich bis zu seinem östlichen Ende in Dortmund-Löttringhausen, aber ich merke schon unterwegs: Der bevorstehende Weg hinauf den Schnee wird kein leichter werden, schon auf der Ebene fehlen mir die Körner. Und dann stehe ich vor der ersten Steigung: Kleinster Gang und hochorgeln. Das ging alles schonmal besser, heute ist wirklich der Wurm drin.

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Dortmund von der Blickstraße aus gesehen


Schwer schnaufend – und ein bisschen über mich selbst fluchend – komme ich schließlich oben auf dem Schnee an. Nun kann ich mich immerhin nach Herdecke hinab rollen lassen und dabei auch den Puls wieder ein wenig normalisieren. Durch Kirchende gehts noch ein wenig bergab, aber dann: Wieder eine Steigung, wieder kleinster Gang, wieder schnaufen. So macht das keinen Spaß :(

Das Endertal hinab kommt dann wieder Freude auf, aber ich merke schon lange: Die Beine machen heute einfach nicht gescheit mit. Bis heim muss ichs aber noch schaffen, also schnaufe ich in Wetter über die Ruhrbrücke und fahre den Ruhrtalradweg gen Witten. Es zwickt gemein in den Oberschenkeln, jetzt bloß keine Schnörkel mehr: Diretissima nachhause! Auch kleine Steigungen drücken nun gewaltig aufs Tempo, aber darauf kommts jetzt auch nicht mehr an. Irgendwann habe ich es dann geschafft und stolpere kaputt unter die Dusche. So hatte ich mir das nicht vorgestellt!

Ach, mimimi. Beim nächsten Mal wird alles besser!

Bochum-Langendreer – Witten – Rheinischer Esel – Dortmund-Löttringhausen – Dortmund-Schnee – Herdecke-Kirchende – Wetter – Ruhrtalradweg – Witten – Kemnader See – BO-Langendreer (50 km, als GPX herunterladen)

Bastian (DER Bastian^^) hatte in den Kommentaren zu meiner Herdecke-Tour im letzten Juli angemerkt, dass der Schnee nicht zwingend über den steilen Hülsenberg erklommen werden müsse. Eine etwas längere, aber eben auch entspanntere Alternative sei die Auffahrt von Osten über die Blickstraße. Seitdem habe ich diese Route auf dem Zettel, aber erst jetzt, fast ein Jahr später, soll es wirklich soweit sein.

Auf dem Rheinischen Esel durchquere ich Witten. Ich habe den Trailer am Haken, zu Trainingszwecken sozusagen, aber wenn die Fuhre auf dem faktisch steigungsfreien Esel mal rollt, dann rollt sie auch. Besonders viel ist nicht los, aber das Wetter ist auch nicht das allerbeste. Es ist durchgängig bewölkt, und immer wieder kommt feiner Sprühregen von oben. Nicht viel, nicht schlimm, aber offenbar genug, dass die Leute lieber zuhause bleiben. Dabei ist es mit etwa zwanzig Grad geradezu perfekt temperiert, und das Radeln ist trotz der grauen Wolken eine wahre Freude. Ein, zwei Mal wirds aber auch mir zu feucht, und ich flüchte mich unter einen Baum. Schnell ist der Regen aber auch wieder vorbei, und ich kann weiterfahren.

In Dortmund-Löttringhausen endet der Rheinische Esel. Kurz zuvor unterquert er die Blickstraße, also drehe ich eine kleine Schleife zurück und schraube mich von nun an stetig nach oben. Allerdings ist die Steigung nie so heftig wie auf dem Hülsenberg, den ich sonst hochschnaufe. Und wenn man sich unterwegs umschaut, sieht man auch, warum die Blickstraße Blickstraße heißt: Vor dem Betrachter breitet sich der Dortmunder Westen in der Ebene aus, und ein Stück weiter rechts recken sich die Reste des Stahlwerks Phoenix West und der alte Hoesch-Gasometer in den Himmel (dort war ich vor Jahren auch schonmal mit dem Rad).

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Womit geklärt wäre, warum die Blickstraße Blickstraße heißt.


Deutlich entspannter als sonst komme ich oben auf dem Schnee an. Der Passant, der mich mitleidsvoll anschaut, spricht den wahren Satz: “Von hier gehts in alle Richtungen nur bergab!”. Recht hat er, und so lasse ich mich genussvoll nach Herdecke hinab rollen. In Kirchende biege ich ins Endertal ab, dem ich dann mindestens ebenso genussvoll zur Ruhr hinunter folge. Nun bin ich auf dem Ruhrtalradweg unterwegs, der mich zurück nach Witten bringt.

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Nur mäßig Betrieb am Kemnader See.


Ein bisschen zwicken die Oberschenkel nun schon, aber ich beschließe trotzdem, meine Tour noch mit einer Runde um den Kemnader See zu verlängern. Auch da ist ob des Wetters nicht übermäßig viel los, und so komme ich entspannt voran. Meinen Beinen gönne ich noch eine kleine Verschnaufpause, bevor ich mich dann am Ölbach entlang auf dem Heimweg mache. Das hat mir große Freude gemacht – danke, Bastian! :)

Bochum-Langendreer – Witten – Kemnader See – BO-Langendreer (25 km)

Es wird offenbar so etwas wie eine Tradition, dass ich sonntags noch vorm ersten Hahnenschrei auf dem Rad sitze. Frühmorgens ists immerhin noch nicht so warm, und man hat Straßen und Radwege überwiegend für sich allein. Und mangels stressiger Zweibeiner halten sich auch noch deutlich mehr Tiere “im Freien” auf: Tatsächlich habe ich heute das erste Mal ein Nutria in der Ruhr entdeckt. Auch sonst gab es einiges zu sehen: Reiher, Rallen, Kaninchen, ein Buntspecht im Parallelflug, ein Grünspecht dicht vor der Nase – alles dabei heute.
Zuhause dann ein erquickendes Frühstück und ab unter die Dusche: Auch so geht Sonntag!

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Am frühen Sonntagmorgen ist noch Ruhe am Hafen Heveney.

Runde eins: Herdecke auf steilen Pfaden

Bochum-Langendreer – Rheinischer Esel – Witten – Schnee – Herdecke – Wetter – Ruhrtalradweg – Witten – BO-Langendreer (40 km)

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Direttissima vom Rheinischen Esel auf den Schnee hinauf: Hülsenberg.

Warum ich am Sonntag schon kurz vor fünf Uhr wach bin, soll hier unbeantwortet bleiben. Ich bin es, und ich stehe vor der Entscheidung: Nochmal ins Bett (und vermutlich eh nicht mehr einschlafen können) – oder lieber spontan eine Runde mit dem Rad? Ich brauche nur kurz zum Überlegen, Punkt fünf sitze ich auf dem Velo. Die Sonne schläft noch, genauso wie der Rest der Welt. Ich quere auf dem Rheinischen Esel die A44, und sie ist: Leer. Das geht hier im Ruhrgebiet vermutlich als Sehenswürdigkeit durch.
Meine Tour soll mich von Witten aus über den Schnee (ein Bergrücken im Ardeygebirge) nach Herdecke führen, und dann auf der anderen Seite im Ruhrtal wieder zurück. Doch zumindest auf dieser Route gilt: Vor den Schnee haben die Götter den Hülsenberg gesetzt! Diese Straße führt mit Maximalsteigung von 17% auf den Schnee hinauf. Was bei gutem Trainingsstand schon recht knackig für die Waden ist, erweist sich für mich aktuell als echte Herausforderung. Das habe ich doch früher sogar mit Trailer am Haken geschafft, denke ich grummelnd, während ich nach Luft japsend emporschleiche.
Irgendwann habe ich den Schnee endlich bezwungen und lasse mich auf seiner Südseite nach Herdecke hinein fallen, wo mich dann auch die ersten Sonnenstrahlen empfangen. Im Endertal, das ich Richtung Wetter zur Ruhr hinabfahre, begrüßen auch Rehe und Füchse den Tag (und mich). Bis auf ein paar Autofahrer, die zum Schichtbeginn im Herdecker Krankenhaus eilen, ist keine Menschenseele unterwegs.

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Noch im Bau: Renaturierte Ruhr-Auen zwischen Wetter und Witten.



In Wetter quere ich die Ruhr, um selbiger dann gen Westen zu folgen. Hier in den Flussauen zwischen Wetter und Witten hat man großflächig gebaggert, da läuft aktuell eine großangelegte Renaturierungsmaßnahme. Zitat:

“Bis 2027 muss nach den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie die Ruhr in einen naturnahen Zustand versetzt werden.”

Dabei entstehen am Ruhrtalradweg auch “neue Rast- und Attraktionspunkte”, z.B. aufgeschüttete Hügel, von denen aus sich wunderbar über die Ruhrauen blicken lässt. Deren zukünftige Schönheit muss man sich aktuell noch ein wenig vorstellen, aber grundsätzlich finde ich diese Veränderungen großartig. Bei meiner Ruhrtalradweg-Tour letztes Jahr hatten mich schon die renaturierten Ruhr-Abschnitte bei Arnsberg beeindruckt. Mal sehen, wie sich das die nächsten Jahre hier im Gebiet weiter entwickelt.
Halb acht bin ich dann wieder daheim und lasse unter der Dusche die Eindrücke dieser ersten Tour nach langer, langer Zeit Revue passieren. Jetzt erstmal Frühstück, ich brauche Kaffee!

Runde zwei: Entspannt zum Kemnader See

Bochum-Langendreer – Rheinischer Esel – Witten – Kemnader See – BO-Langendreer (22 km)

Weil der Tag so schön ist, hänge ich mittags gleich noch eine Runde dran. Eigentlich nur, um die Eisdiele meines Vertrauens in Witten zu besuchen :) Ganz nebenbei nutze ich dann auch zum ersten Mal dieses Jahr die Ruhrtalfähre und lasse etwas Klimpergeld in deren Spenden-Kiste. Gehört sich so, schließlich kostet die Überfahrt nichts.