Großolbersdorf - Scharfenstein - Zschopau - Waldkirchen - Augustusburg - Leubsdorf - Borstendorf - Grünhainichen - Waldkirchen - Börnichen - Großolbersdorf (49,6km, Ø 21,0km/h)

2009-05-31.jpgNachdem das 24-Stunden-Radeln wortwörtlich ins Wasser gefallen war, erwachte ich bei allerschönstem Sonnenschein. Hohn! Spott geradezu! Nein, da laß ich mich nicht zweimal bitten: Frühstück und dann ab aufs Rad!
Als Ziel hatte ich mir die Augustusburg ausgesucht, die ich über Scharfenstein und Zschopau erreichen wollte - immer im Zschopautal fahrend. Aus diesem Plan wurde leider nichts, denn schon in Zschopau verließ ich das Tal, erklomm Anstieg um Anstieg, um doch immer wieder im Tal anzukommen. Und das nur, um schnoddrige Waldwege zu meiden!
Irgendwann hatte ich Augustusburg erreicht, schraubte mich hinauf in den Burghof und schoß das obligatorische Foto. Als ich mir dann überlegte, wie ich nun am besten wieder zurückführe, entdeckte ich auf einer Umgebungskarte, daß sich die Borstendorfer Verwandtschaft in erreichbarer Entfernung befand, und fuhr über Leubsdorf ebendort hin. Man empfing mich mit Kaffee, und so blieb ich ein Viertelstündchen für einen Plausch.
Über den Berg kommende dunkle Wolken mahnten mich dann aber irgendwann weiterzufahren, und so beendete ich meine Runde “oben auf dem Berg” über Börnichen zurück nach Großolbersdorf.
Es war eine tolle Runde mit vielen sehenswerten Ecken, die ich so fast uneingeschränkt empfehlen kann. Leider mußte ich jedoch feststellen, daß ich im Ruhrgebiet fast nur auf Strecke, nicht aber auf Höhenmeter trainieren kann - was sich auf dieser Runde an jeder einzelnen Steigung bemerkbar machte…

4x Talsperre Euba - Weißer Weg - Euba - Niederwiesa - Alte Bierstraße - Euba - Talsperre Euba (53,8km, Ø 22,1km/h)

2009-05-30_1.jpgWie bereits in den vergangenen Jahren trafen wir uns in Euba bei Chemnitz, um gemeinsam unseren Jahreskilometerstand nach oben zu treiben. Zum Startzeitpunkt standen aber gerade einmal sieben Verwegene bereit - die anderen waren aufgrund des miserablen Wetters überhaupt nicht oder ohne Fahrrad erschienen.
Der Himmel war gräßlich grau, es hatte schon seit Tagen bei zehn, fünfzehn Grad immer wieder geregnet. Zum Start des 24-Stunden-Radelns war es zwar halbwegs trocken, es sah aber so aus, als könnte es jeden Moment wieder zu schütten anfangen. Unverdrossen starteten wir zur Einführungsrunde, nach der sich das Feld dann schon aufteilte - einige waren mit großen Ambitionen angetreten und wollten von Anfang an richtig gut Meter machen.
Ich ging es etwas gemächlicher an und drehte mit Rico ein paar Runden, immer unterbrochen von ein paar Minuten Pause mit einem kleinen Snack - keinesfalls wollte ich wieder so einbrechen wie 2008, als ich einfach viel zu wenig gegessen hatte.
2009-05-30_2.jpgDie Straßen waren leidlich trocken, nur an manchen Stellen hatte leichter Nieselregen ein wenig Feuchtigkeit hinterlassen. Die Rennradler sahen sich höllisch vor, mit meinen Reifen hatte ich allerdings noch keine Probleme.
In der vierten Runde machte Ricos Vorderrad dann sehr unschöne Knackgeräusche, was uns zu einer längeren Reparaturpause am Start-Ziel-Punkt zwang. Während Rico fachmännisch am Rad fummelte und ich ihm mindestens ebenso fachmännisch zuschaute, wurde aus dem leichten Nieselregen ein ausgewachsener Guß, und der Himmel sah ganz danach aus, als sollte dieses Wetter nun erst einmal eine ganze Weile anhalten. Also warteten wir darauf, daß die anderen Radler (pitschnaß) zurückkehrten und trafen dann gemeinsam die Entscheidung, das Radeln abzubrechen - außer bösen Erkältungen hätte das Ganze niemandem mehr etwas gebracht. Ein wenig frustriert luden wir die Räder in die Autos und fuhren heim - so unrühmlich hatte sich das sicher keiner von uns vorgestellt.

Home, sweet home²

Dresden-Weixdorf - Boxdorf - Radebeul - DD-Altstadt - DD-Neustadt - DD-Weixdorf (35,6km, Ø 26,4km/h, Vmax 66,07km/h)

2009-05-25.jpgPetrus hatte allerbeste Laune und spendierte Sonnenschein bei 25 Grad, und so freute ich mich auf einen Abstecher ins Dresdner Altstadt-Ensemble. Damit dabei auch ein paar Kilometer werden, fuhr ich einen kleinen Umweg über Hellerau und Boxdorf nach Radebeul, von wo aus ich dann der Leipziger Straße in Richtung Dresdner Stadtzentrum folgte. Dort mußte dann natürlich Zeit für die obligatorischen “Fahrrad-vor-Altstadt”-Fotos sein, bevor ich über die Königsbrücker Straße stadtauswärts den Heimweg antrat.
Zwischen Bischofsweg und Industriegelände ist der “Radweg” übrigens bestenfalls vollgefederten Rädern zuzumuten, mit einem Hardtail oder gar Rennrad ists schlicht eine Katastrophe. Kurz vor Weixdorf kann man dann auch noch den etwas schrägen Humor des Dresdner Tiefbauamtes bewundern, das ein und denselben Weg stadteinwärts als Rad-, von der anderen Seite aber als Gehweg beschildert. Es wäre ja mal interessant zu erfahren, wie oft sich dort schon Zweiradler und Zweibeiner in die Wolle bekommen haben (”Mach den Radweg frei!” - “Das ist ein Gehweg!”).
Bis auf diese Merkwürdigkeiten (und die übliche Krankheit mancher Autofahrer, mich zu überholen und dann an der roten Ampel bis an den Bordstein nach rechts herüberzuziehen, um mich am Vorbeifahren zu hindern) war es eine wunderbare Runde durch die Stadt der Städte. Außerdem fühle ich mich fit fürs anstehende 24-Stunden-Radeln in Chemnitz, da muß nun nur noch das Wetter halten.

Home, sweet home

Dresden-Weixdorf - Hermsdorf - Medingen - Radeburg - Bärnsdorf - Hellerau - DD-Klotzsche - DD-Weixdorf (33,2km, Ø 27,5km/h)

2009-05-22.jpgDer Urlaub in der Heimat begann schon eine Woche vor dem Chemnitzer 24-Stunden-Radeln - aber nicht in Chemnitz, sondern in Dresden. Es war an diesem Tag ein recht ordentlicher Regenguß durchgezogen, in den Abend hinein lockerte es aber wieder auf; also nach dem Abendessen nochmal aufs Rad für ein Verdauungsründchen. Eigentlich wollte ich nur fix nach Hermsdorf und von dort über Medingen wieder zurückfahren (es war schließlich schon nach neun), stellte dann aber in Medingen fest, daß das nichtmal 15 Kilometer gewesen wären. Also behielt ich die Richtung bei und fuhr bis Radeburg, wo ich in Richtung Moritzburg abbog. Auf halbem Weg dorthin bog ich wiederum ab, diesmal in Richtung Bärnsdorf, um dann über Volkersdorf und Hellerau zurück nach Klotzsche und von dort aus nach Weixdorf zu radeln. Wenn mans genau betrachtet, war es eigentlich nicht mehr als eine große Runde entgegen dem Uhrzeigersinn um den Dresdner Flughafen.
Dafür, daß ich mich nach einem überaus opulenten Mahl mehr als gesättigt aufs Rad gesetzt hatte, kam ein recht ordentlicher Schnitt heraus; zudem hatte ich die Freude, in der Heimat eine tolle abendliche Tour zu machen. Und ganz nebenbei waren es auch wieder ein paar Kilometer Training fürs 24-Stunden-Radeln…

Sauerland-Express

Bochum - Ruhrtalradweg über Witten, Wetter, Schwerte und Fröndenberg bis Wickede - mit der Bahn zurück nach Hagen - Wetter - Witten - Bochum (93,4km, Ø 24,5km/h)

2009-05-16_1.jpgLangfristig ist ja mit den Kollegen eine ruhrabwärtige Tour von der Quelle bei Winterberg nach Bochum geplant, etwa 160 Kilometer immer den Ruhrtalradweg entlang. Ich wollte zumindest schonmal schauen, wie die Tour enden wird, und radelte deswegen dem Lauf der Ruhr entgegen - erst einmal ohne festes Ziel, denn mit dem VRR-Verbundticket von Frauchen im Rucksack könnte ich ja jederzeit den nächsten Bahnhof ansteuern und mit dem Zug heimreisen.
Bis zum Hengsteysee - unterhalb der Hohensyburg - kannte ich den Weg schon, ab der Lenne-Mündung war es dann Neuland. Navigatorisch stellt das allerdings kein Problem dar, ist der Ruhrtalradweg doch allerbestens ausgeschildert. Ein einziges Mal habe ich mich tatsächlich verfahren, und zwar in Schwerte; allerdings nur, weil ein Baucontainer direkt vor dem Radwegweiser abgestellt worden war. 2009-05-16_2.jpgGenau an dieser Stelle (die ich dann nach einigen Runden durchs angrenzende Wohngebiet doch noch fand) führt der Radweg in ein Waldstück, was zwar recht schön anzuschauen ist, für Straßen- und Rennräder aber schon im trockenen Zustand grenzwertig sein dürfte. Nach dem Regen der vergangenen Tage war es mit meinen Reifen dort nur ein Eiertanz auf schmierigem Geläuf.
Hat man Schwerte hinter sich gelassen, wird das Ruhrtal weit und flach - Felder, wohin man schaut. Das ist zunächst recht hübsch, zumal der Radweg dort ein topfebener Velo-Highway ist, wird auf Dauer aber irgendwann eintönig. So zogen sich die Kilometer bis Wickede hin, wo dann endlich die ersten Ausläufer des Sauerlands zu sehen sind. Da hatte ich allerdings schon etwas mehr als 65 Kilometer auf der Uhr, und da es obendrein nach Regen aussah, steuerte ich den Bahnhof an.
2009-05-16_3.jpgDummerweise mußte ich dort feststellen, daß ich mich schon längst außerhalb des VRR-Verbundgebiets befand, mit den spärlichen Resten im Portemonnaie wohl aber auch keinen Schaffner zur Mitnahme überreden könnte. Zu meinem Glück lud mich eine Frau mit schönstem Chemnitzer Dialekt ein, die noch eine zusätzliche Person mit ihrem Ticket mitnehmen konnte, und so mußte ich nur noch die Karte für mein Rad lösen.
Im Zug wurde es dann erst richtig interessant: Eine Nonne, die auch mit dem Rad unterwegs war, wurde von einer aufgebrezelten Sechzehnjährigen auf einmal über den Klosteralltag ausgefragt, und eine fröhliche Junggesellinnenabschiedsgesellschaft zog lachend und diverse Schnäpse und Süßigkeiten verteilend durch die Waggons.

Am Hagener Hauptbahnhof verpaßte ich dann natürlich um Haaresbreite meinen Anschlußzug nach Bochum - na dann gehts eben mit dem Rad nachhause.