Bochum-Langendreer – Witten-Zentrum – Hohenstein – Herdecke-Kirchende – Schnee – Witten-Zentrum – Kemnader See – BO-Langendreer (44 km)

Manchmal musst du abends einfach nochmal raus, auch wenn du gar kein echtes Ziel hast. Es ist kurz nach sieben, und eigentlich will ich zum Rheinischen Esel, entscheide mich dann aber spontan für den Wittener Hohenstein. Da gibts ein paar steile Höhenmeter zu sammeln, und der Ausblick übers Ruhrtal von da oben ist auch nicht zu verachten. Dazu malt die untergehende Sonne auch noch den Himmel rot, da lässts sichs ein paar Minuten verweilen. Die Krönung ist jedoch der Herr mit der Gitarre, der die abendlich-entspannte Stimmung mit Instrument und Stimme noch vergoldet. Good bye, ruby tuesday!

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Immer wieder schön: Der Blick vom Wittener Hohenstein ins Ruhrtal.


Als der Herr sein Instrument irgendwann verstaut und geht, wird es wieder still auf dem Hohenstein. Jetzt schon wieder nachhause? Nee, da geht noch was – wie wäre es als nächstes mit einem Abstecher nach Herdecke? Also rase ich durch den Wald an den Hammerteichen entlang wieder hinunter zur Ruhr. Das ist ungefedert und bei der einsetzenden Dunkelheit ein grenzwertiges Unterfangen, wie ich schnell feststellen muss. Also nehme ich etwas Schwung raus und aktiviere meinen Helmstrahler. Viel besser, und dann bin ich unten auf der B 226 ja auch schon wieder auf Asphalt. Kurz vor Wetter biege ich nach links ins Endertal ab. Was ich sonst genussvoll hinabschieße, schnaufe ich diesmal empor. Aber ich habe keinen Zeitdruck, und so brauche ich mich nicht zu hetzen. Irgendwo im Wald ruft ein Kauz, und im hektischen Parallelflug begleitet mich eine Fledermaus.

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Abendliche Asphalt-Romantik auf dem Schnee

Eine kleine Pause in Kirchende – und wieder die Frage: Wohin jetzt? Nach Hohensyburg, und damit die Tour deutlich verlängern? Nein, das wäre zuviel des Guten. Also über den Schnee nach Witten, auf der Ardeystraße ist kaum noch etwas los. Es ist abends um neun immer noch ausreichend warm, sodass ich in kurzer Hose nicht friere. Ein herrliches Fahren!

In Witten lausche ich in mich hinein: Direkt nachhause, oder doch nochmal zum Kemnader See? Die Beine geben noch grünes Licht, mahnen aber schon vorsichtig einen baldigen Feierabend an. Na gut, dann vielleicht mit ein, zwei Umdrehungen weniger an der Kurbel. Kommt auf ein paar Minuten mehr nicht an! Also fahre ich entlang der Ruhr zum Kemnader See, wo ich mir noch eine letzte Pause gönne. Inzwischen geht es auf zehn Uhr, und es ist herrlich ruhig und friedlich am See. Über die Kleinherbeder Straße segle ich heimwärts. Die Oberschenkel zwicken nun deutlich, mehr wäre wirklich nicht nötig gewesen.

Unter der Dusche lasse ich die Tour noch einmal Revue passieren und freue mich, dass aus dem ziemlich planlosen Start etappenweise so eine schöne Herdecke-Variante entstanden ist. Ein toller Mix aus Waldweg und Landstraße, aus Sport und entspannten Momenten. Einen guten Teil mag auch beigetragen haben, dass abends kaum noch jemand unterwegs ist.
Und nun ab ins Bett, das Schlafen geht jetzt ganz von allein!

Bochum-Langendreer – Witten – Rheinischer Esel – Dortmund-Löttringhausen – Dortmund-Schnee – Herdecke-Kirchende – Wetter – Ruhrtalradweg – Witten – Kemnader See – BO-Langendreer (50 km, Route bei AllTrails.com)

Bastian (DER Bastian^^) hatte in den Kommentaren zu meiner Herdecke-Tour im letzten Juli angemerkt, dass der Schnee nicht zwingend über den steilen Hülsenberg erklommen werden müsse. Eine etwas längere, aber eben auch entspanntere Alternative sei die Auffahrt von Osten über die Blickstraße. Seitdem habe ich diese Route auf dem Zettel, aber erst jetzt, fast ein Jahr später, soll es wirklich soweit sein.

Auf dem Rheinischen Esel durchquere ich Witten. Ich habe den Trailer am Haken, zu Trainingszwecken sozusagen, aber wenn die Fuhre auf dem faktisch steigungsfreien Esel mal rollt, dann rollt sie auch. Besonders viel ist nicht los, aber das Wetter ist auch nicht das allerbeste. Es ist durchgängig bewölkt, und immer wieder kommt feiner Sprühregen von oben. Nicht viel, nicht schlimm, aber offenbar genug, dass die Leute lieber zuhause bleiben. Dabei ist es mit etwa zwanzig Grad geradezu perfekt temperiert, und das Radeln ist trotz der grauen Wolken eine wahre Freude. Ein, zwei Mal wirds aber auch mir zu feucht, und ich flüchte mich unter einen Baum. Schnell ist der Regen aber auch wieder vorbei, und ich kann weiterfahren.

In Dortmund-Löttringhausen endet der Rheinische Esel. Kurz zuvor unterquert er die Blickstraße, also drehe ich eine kleine Schleife zurück und schraube mich von nun an stetig nach oben. Allerdings ist die Steigung nie so heftig wie auf dem Hülsenberg, den ich sonst hochschnaufe. Und wenn man sich unterwegs umschaut, sieht man auch, warum die Blickstraße Blickstraße heißt: Vor dem Betrachter breitet sich der Dortmunder Westen in der Ebene aus, und ein Stück weiter rechts recken sich die Reste des Stahlwerks Phoenix West und der alte Hoesch-Gasometer in den Himmel (dort war ich vor Jahren auch schonmal mit dem Rad).

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Womit geklärt wäre, warum die Blickstraße Blickstraße heißt.


Deutlich entspannter als sonst komme ich oben auf dem Schnee an. Der Passant, der mich mitleidsvoll anschaut, spricht den wahren Satz: “Von hier gehts in alle Richtungen nur bergab!”. Recht hat er, und so lasse ich mich genussvoll nach Herdecke hinab rollen. In Kirchende biege ich ins Endertal ab, dem ich dann mindestens ebenso genussvoll zur Ruhr hinunter folge. Nun bin ich auf dem Ruhrtalradweg unterwegs, der mich zurück nach Witten bringt.

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Nur mäßig Betrieb am Kemnader See.


Ein bisschen zwicken die Oberschenkel nun schon, aber ich beschließe trotzdem, meine Tour noch mit einer Runde um den Kemnader See zu verlängern. Auch da ist ob des Wetters nicht übermäßig viel los, und so komme ich entspannt voran. Meinen Beinen gönne ich noch eine kleine Verschnaufpause, bevor ich mich dann am Ölbach entlang auf dem Heimweg mache. Das hat mir große Freude gemacht – danke, Bastian! :)

Bochum-Langendreer – Witten – Kemnader See – BO-Langendreer (25 km)

Es wird offenbar so etwas wie eine Tradition, dass ich sonntags noch vorm ersten Hahnenschrei auf dem Rad sitze. Frühmorgens ists immerhin noch nicht so warm, und man hat Straßen und Radwege überwiegend für sich allein. Und mangels stressiger Zweibeiner halten sich auch noch deutlich mehr Tiere “im Freien” auf: Tatsächlich habe ich heute das erste Mal ein Nutria in der Ruhr entdeckt. Auch sonst gab es einiges zu sehen: Reiher, Rallen, Kaninchen, ein Buntspecht im Parallelflug, ein Grünspecht dicht vor der Nase – alles dabei heute.
Zuhause dann ein erquickendes Frühstück und ab unter die Dusche: Auch so geht Sonntag!

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Am frühen Sonntagmorgen ist noch Ruhe am Hafen Heveney.

Bochum-Langendreer – Witten – Kemnader See – BO-Langendreer (27 km)

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Am frühen Sonntagmorgen hat man den Kemnader See noch für sich. Hier: Blick vom Wehr über den See.

Bochum-Langendreer – Witten – Kemnader See – BO-Langendreer (23 km)

2019 war für mich ja eine Fahrrad-Saison zum Vergessen. Umso schöner: Zu Weihnachten gehts nochmal raus! Na schau mal, da werden auf die letzten Tage des Jahres ja doch noch ein paar Meter.
Bei knapp über fünf Grad muss ich mich schon recht gut einpacken, aber die Klamotten zeigen ihren Wert. Als wohl wichtigstes Kleidungsstück erweisen sich meine Neopren-Füßlinge, die verlässlich für warme Füße sorgen. Durch meine ollen Treter pfiffe sonst ein eisiger Wind!

Durch Witten husche ich hinunter zur Ruhr, die ziemlich viel Wasser führt. Solange der Radweg aber noch nicht im Wasser steht, ists noch kein Hochwasser ;)

Eine entspannte Runde um den Kemnader See schließt sich an, hier war ich schon lange nicht mehr. Und gleich erlebe ich eine Überraschung: Der Radweg ist auf der westlichen Seeseite umgebaut worden, und das wirklich gut. Dort, wo es vom Wehr kommend in Richtung Haus Oveney ein paar Meter nach oben geht, nervten mich jahrelang mehrere kurze Kopfsteinpflaster-Stücke, die Radler zum Bremsen zwingen sollten. Wegen der Sicherheit, wissenschon. Dass das rumpelt wie Hulle und man mit schmalen Reifen auch gern mal zwischen den Steinen “einrastet”, hat den Verantwortlichen vom Freizeitzentrum Kemnade inzwischen glücklicherweise jemand gesteckt. Nun kann man hier also einen wirklich gut gemachten Radweg genießen, darüber habe ich mich sehr gefreut.

Die Tour führt mich dann am Ölbach wieder zurück nach Langendreer, wo ich das Rad zufrieden abstelle: Das hat Spaß gemacht!

Nachtrag zum Jahreswechsel:

Das war’s für 2019. Im gesamten Jahr nur 147 km auf dem Mounti, glatte 0 auf dem Renner – abgehakt, einfach abgehakt.