Bochum-Langendreer - Rheinischer Esel - Witten - Umrundung Kemnader See - BO-Langendreer (30,2km)

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An der Autobahnbrücke am Kemnader See: Kunstwerk eines Couch-Potatoes? ;)

Am Abend eines wunderbar sonnigen Oktobertages öffnet sich unerwartet ein Zeitfenster zum Fahrradfahren. Warum eigentlich nicht? Zur Feier des Tages sattle ich den Renner und mache mich bestens gelaunt auf den Weg zum Rheinischen Esel. Dort sind nur wenige Radler und Jogger unterwegs, und so flitze ich flott, aber stressfrei in Richtung Witten. Rekorde breche ich dabei keine, dazu fehlen mir schlicht die Körner, aber ein bisschen kann ichs schon laufen lassen. Das ist eine wahre Wohltat nach einem langen Tag im Büro – Kopf aus, Beine an!
In Witten knubbele ich mich einmal durchs Verkehrsgewühl hinunter zur Ruhr (ob ich es wohl noch erleben werde, dass es auf dieser Strecke mal eine sichere und komfortable Radwegführung gibt?) und biege ab in Richtung Kemnader See. Auf dieser Strecke, vor allem auf der Herbeder Straße, bin ich knapp überholende Autos gewohnt, aber zu meiner Überraschung und Freude verhalten sich die Autofahrer heute ausnahmslos rücksichtsvoll. Danke dafür! :)
Als ich dann am Kemnader See stehe, checke ich kurz die Waden: Noch eine Runde um den See – oder lieber direkt nachhause? Ich entscheide mich für die Extrarunde und bereue es nicht. Der Radweg um den See ist nur wenig frequentiert, und so genieße ich völlig stressfrei die frische Luft, den Radsport und das herrliche Abendrot. Kleinherbeder und Universitätsstraße bringen mich zurück nach Langendreer, wo ich meinem Renner auch gleich nochmal den neuen Radweg auf der Unterstraße vorstelle.

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Panorama-Ansicht: Kemnader See am Abend

 
Der genussvolle Radel-Abend wird zuhause durch eine heiße Dusche und ein leckeres Abendessen komplettiert – und durch die überraschende Feststellung, dass trotz miserablen Trainingsstands tatsächlich noch ein glatter 25er Schnitt auf dem Tacho steht. Läuft!

Voll am See

Bochum-Langendreer - Umrundung Kemnader See - BO-Langendreer (22,8km)

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Suchbild am querenden Radweg: Wo ist das Vorfahrt-gewähren-Schild?

Weil das Wetter ausnahmsweise mal mitspielt (was ist denn das für ein Sommer dieses Jahr…?) und der Zeitplan es erlaubt, gönne ich mir eine Heimatrunde um den Kemnader See. Leider ist dort ziemlich voll, was viel Aufmerksamkeit erfordert. Zudem habe ich diesmal das Gefühl, dass sich die drei Hauptgruppen, die den See umrunden – Fußgänger, Skater und Radfahrer – regelrecht belauern, um sich gegenseitig Fehlverhalten vorwerfen zu können. Krönung des Ganzen ist ein Radfahrer, der mich auf dem Radweg anmeckert, dass ich da nicht zu fahren hätte. Das es sich um einen Radweg handelt, will er nicht mehr hören und schiebt abwinkend und schimpfend weiter. Mein lieber Scholli, entspannt ist aber anders.

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Auflösung: Von einem merkbefreiten Primaten um 90 Grad gedreht.

Mein negatives Highlight ist allerdings die Zufahrt zum See-Parkplatz (Google Maps). Diese wird vom Radweg gekreuzt, Radfahrer haben dort Vorfahrt. Dementsprechend ist die Parkplatzzufahrt für Autos in beiden Richtungen mit Vorfahrt-gewähren-Zeichen beschildert. Ein “Spaßvogel” hat nun eines dieser Schilder um 90 Grad gedreht (”höhö, da müssen die blöden Radfahrer jetzt warten!”). Das wiederum hat zur Folge, dass sich im schlechtesten Fall Fahrrad- und Autofahrer ihrer Vorfahrt gewiss sind und es herzhaft scherbelt. (Was während der fünf Minuten, die ich an dieser Stelle stand, einmal tatsächlich fast passierte.)
Da sonntags nicht mit Einsatzfähigkeit des Tiefbauamts zu rechnen ist, melde ich diesen gefährlichen Missstand der Polizei – und ärgere mich auf dem Heimweg (mehr als mir lieb ist) über derartige Idiotie.

Reboot.

Bochum-Langendreer – Kemnader See – BO-Langendreer (17,5km)

Tja, das hat ja nicht so toll geklappt mit dem Radeln letztes Jahr. Neustart, ich geh es ohne Hatz frisch an.

Bochum-Langendreer - Rheinischer Esel - Witten-Zentrum - WIT-Herbede - Umrundung Kemnader See - BO-Langendreer (29,1km, Ø 25,4km/h, Route bei GPSies.com)

Offenbar hat Petrus ein Einsehen mit mir (und meinem dieses Jahr nur spärlichst gefüllten Tourenbuch) - und stellt zu Weihnachten den Regler auf Frühling. Fünfzehn Grad, sonnig und nur wenig Wind, das schreit nach einer kleinen Runde. Klein, da die Zeit begrenzt und der Trainingsstand miserabel ist. Aber immerhin: Ich schaffe es nochmal nennenswert aufs Rad dieses Jahr!
Unterwegs staune ich über Jogger im T-Shirt (Ende Dezember!) und freue mich über eine überraschende Begegnung (Mensch, ewig nicht gesehen!). Der Rest ist moderat-sportliches Rennradfahren auf Radwegen, die ob des überraschend milden Wetters ziemlich voll sind. Ich genieße jeden Meter, denn diese schönen Momente auf dem Rad waren leider äußerst rar* dieses Jahr. Danke, Petrus :)

* In Summe waren es nur 290 km auf dem Renner und lächerliche 55 auf dem Mounti. Reden wir nicht drüber…

City Slicker

Bochum-Langendreer - BO-Harpen - BO-Zentrum - BO-Stiepel - Kemnader See - BO-Langendreer (29,8km, Ø 24,1km/h, Route bei GPSies.com)

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Nennen wir es urbane Rennrad-Romantik.

Auf dem Fahrrad kann man in und um Bochum einiges erleben. Natur und Ruhe auf den Feldern, aber auch innerstädtisches Gewusel. Ich wollte beides, also fuhr ich zunächst über die Felder in Richtung Harpen. Dort tauchte ich dann ins Gewühl ein und folgte der Castroper Straße in die Innenstadt, wo ich frech im Verkehr mitwuselte. Wenn die Kollegen in den Autos erst einmal akzeptiert haben, dass da einer auf dem Rad genau so schnell ist wie sie, sind sie eigentlich ganz freundlich. Vielleicht gehört auch dazu, dass man sich an die Regeln hält und nicht ständig versucht, überall der Schnellere zu sein. An den Ampeln spare ich mir jedenfalls den Stress, immer bis ganz nach vorn zu drängeln, und bei Rot halte ich sowieso (Ampelignoranz ist ja ein sehr beliebter Vorwurf Fahrradfahrern gegenüber). Im Gegenzug nehme ich mir dann auch die Freiheit, eine Spur für mich zu beanspruchen und gleichberechtigt mit dem Verkehr mitzuschwimmen.

Weil ich noch Lust auf einen kleinen Anstieg hatte, fuhr ich aus der Stadt nicht direkt nachhause, sondern bog auf die Königsallee ab, nach Stiepel hinauf. Hier war mir das Glück dann noch hold, denn ein großer Reisebus vor mir hatte die selbe Route. Der hat mich so kräftig in seinen Windschatten gesogen, da konnte ich mich gar nicht wehren und musste notgedrungen mit 45 km/h bergan fahren! :)

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Dunkel ists abends am Kemnader See. Und still.

Von Stiepel ließ ich es dann hinab zur Ruhr rollen. Es war inzwischen dunkel, und überall war mit Laub auf der Straße zu rechnen. Also blieb ich hochkonzentriert und verzichtete auf Höchstgeschwindigkeitsorgien - ich hatte einfach keine Lust, mich lang zu machen.

Unten an der Ruhr verließ ich dann die Straße und schwenkte auf den Ruhrtalradweg entlang des Kemnader Sees ein. Welche Ruhe, welche Entspannung! Im Schein der Helmlampe sah ich so manches Augenpaar am Waldrand blinzeln und hatte dann schließlich auch noch die Freude, ein Reh aus allernächster Nähe zu beobachten.

Über die Kleinherbeder Straße spurtete ich dann heim - inzwischen plagte mich profaner, aber kräftiger Hunger.