Waschtag!

Bochum: Langendreer - Gerthe - Erzbahntrasse - Wattenscheid - Zentrum - Langendreer (44,7km, Ø 25,6km/h)

2009-06-28_1.jpgAm Vorabend war ein kräftiges Gewitter über die Stadt gezogen und hatte eine hohe Luftfeuchtigkeit hinterlassen. Die Temperaturen waren mit reichlich zwanzig Grad aber recht einladend, und so startete ich über Gerthe auf eine Runde in Richtung der Erzbahntrasse. Dieser folgte ich dann in Richtung Gelsenkirchen bis zum Abzweig, an dem es nach Westen in Richtung Zollverein geht. In Wattenscheid verlor ich dann leider den Radweg und hielt deswegen einfach auf der Essener Straße auf Bochums Innenstadt zu. Von dort aus ging es dann auf direktem Weg zurück nach Langendreer.

2009-06-28_2.jpgIch war gegen zehn gestartet, da war es noch recht angenehm (das fand wohl auch ein Kaninchen, das völlig entspannt auf dem Emschertal-Radweg herumhoppelte). Als es dann aber auf Mittag zuging, nahm die Luft Waschküchenqualitäten an - solange der Fahrtwind kühlte, war es noch auszuhalten, aber wehe, eine rote Ampel zwang zum Stopp! Dummerweise gibt es zwischen Wattenscheid und dem Stadtzentrum gefühlte einhundert Ampeln, und mindestens zwei Drittel davon waren rot, als ich sie erreichte…
Ich hätte die Runde kurz vor Langendreer noch mit einem Abstecher an den Kemnader See erweitern können, aber wer radelt schon gern in der Waschküche? Also ab nachhause und kühl duschen!

Bochum - Witten - WIT-Ardey - entlang der Ruhr zum Kemnader See - Runde um ebenjenen - Bochum (33,1km, Ø 26,3km/h, Vmax 71,31km/h)

Die Erkenntnisse des Abends:

  • Spontan abgesagte Dienstreisen ermöglichen ebenso spontan angesetzte Feierabendrunden mit dem Rad.
  • Entweder geht mein Velocomp nach dem Mond, oder ich bin tatsächlich mal eben mit siebzig den Kohlensiepen heruntergeschossen.
  • Wer die Kamera zuhause liegen läßt, kann die Pracht von Wetter und Landschaft nicht fotografieren.
  • Und schließlich: Als Autofahrer sollte man einen Radfahrer nicht lautstark beschimpfen, wenn man nicht wirklich Recht hat. Das, was da neben der Herbeder Straße entlangführt, ist nämlich kein Radweg, sondern ein Gehweg mit dem Zusatzschild “Radfahrer frei” - und einen solchen kann ich nutzen, muß es aber nicht. Daran ändern auch wüste Beschimpfungen nichts.
    Das habe ich ja auch schonmal ausführlich erörtet - mir ists nur einfach zu blöd, jedes Mal zum Sprint anzusetzen, um dann an der nächsten Ampel mit StVO-Paragraphen auf die Autofahrer einzudreschen. Ich glaube ja, daß die das auch gar nicht so genau wissen wollen.

Bochum - Witten - Wetter - Hengsteysee - Wetter - Witten - Bochum (52,1km, Ø 26,4km/h)

2009-06-17_2.jpgDer Bauer mag ein großer Freund tagelangen ergiebigen Regens sein - ich bins nur bedingt. Außerdem noch Reisen in die Heimat - schön zwar! - und auch sonst immer viel zu tun…und mir nichts, dir nichts steht so ein Rad eben mal zwei Wochen unbenutzt herum. Aber diesmal: Sonnenschein! Elan! Und vor allem: Zeit! Auf Neulanderkundung hatte ich keine Lust, ebenso wenig auf die Kemnader-See-Standardfeierabendrunde. Auch sollten endlich wieder ein paar Kilometer werden, da schien mir der Hengsteysee ein passendes Ziel.
Auf dem Weg zur Ruhr hinunter waren die Beine noch ziemlich schwer, und ein leichter, aber nerviger Gegenwind bremste mich unangenehm aus; Rekordgeschwindigkeiten waren also nicht zu erwarten. Im Ruhrtal rollte es dann schon besser, ich folgte dem Ruhrtalradweg über Wetter bis zum Hengsteysee. Dort wird der Rad- und Fußgängerverkehr 2009-06-17_1.jpgwegen Steinschlaggefahr ans gegenüberliegende Ufer umgeleitet - das allerdings schon seit geraumer Zeit, es wäre spannend zu erfahren, wie lange das noch so bleibt. Der Weg auf die andere Ruhrseite ist nämlich für Radfahrer nicht ganz unproblematisch, enge Fußgängerschleusen am Anfang und Ende des zu übequerenden Wehrs sowie Eisenbahnschienen erfordern hohe Konzentration. Zumindest zeigt eine Hebebühne an der offensichtlich brüchigen Steilwand, daß selbige wohl tatsächlich zum Zwecke der Sicherung bearbeitet wird.
Nach dem obligatorischen Foto am Hengsteysee (mich noch bis auf die Hohensyburg hinaufzuschrauben, hatte ich schlicht keine Lust) nahm ich den Hinweg in entgegengesetzter Richtung unter die Räder. In Wetter wählte ich dann aber nicht den Radweg (links der Ruhr), sondern blieb am rechten Ufer auf der B226. Dort überholte mich ein Radler mit Rennmaschine, in dessen Windschatten ich mich hängte und dabei locker zehn km/h schneller war als zuvor solo. Wer Windschatten nutzt, muß aber auch selbst welchen geben, was ich bei etwa 40km/h auch respektabel tat - aber eben nicht sehr lange, irgendwann ließen mich die Beine im Stich. Der Kollege auf dem Rennrad schmunzelte und zog von dannen, mein Ehrgeiz war geweckt. Und in der Tat: In Witten hatte ich ihn wieder, was ihm wiederum erstaunte Respektsbezeugungen entlockte. Siehste mal!

* Bienchen ins Muttiheft für denjenigen, der mir doofem Stadtkind sagen kann, um welche Art es sich handelt. Vielleicht ists ein Bläßhuhn?