Insel Usedom: Ahlbeck - Świnoujście (Swinemünde) - Kamminke - Garz - Korswandt - Gothen - Heringsdorf - Ahlbeck (30,1km, Ø 15,2km/h; Route bei GPSies.com)

Zum Abschluss der Usedom-Reise sollte es auch nochmal ans Stettiner Haff gehen. Der flotteste Weg von Ahlbeck aus führt über polnisches Gebiet, durch Świnoujście. Dort ists abseits der Promenaden…naja, sagen wir: Nicht sonderlich schön. Die sozialistischen Plattenbauten stehen faktisch noch unverändert grau herum, und auch sonst ist die Stadt nicht besonders ansehnlich. Zum Glück ist man in Richtung Süden auch fix wieder auf dem Land, wo man dann schon wieder über die Grenzbrücke nach Deutschland wechselt.
Wir machten einen kurzen Stopp am Stettiner Haff in Kamminke, dem eigentlichen Ziel unserer Reise. Direkt am Hafen gibt es frisch geräucherten Fisch, den man sich auch für längere Haltbarkeit in Folie einschweißen lassen kann. So soll er sich immerhin zwei Wochen halten!
Die Route nach Garz führt dann am Kamminker Zeltplatz vorbei durch eine wunderbare Heidelandschaft. Der Weg ist auch mit Anhänger prima befahrbar und kaum frequentiert. Durch ein wunderbar ruhiges Waldstück geht es dann nach Korswandt am Wolgastsee, von wo aus wir direkt nach Ahlbeck hätten fahren können. Wir entschieden uns aber, die Runde noch über Gothen zu verlängern, von wo aus wir dann hinein nach Heringsdorf fuhren - bei einsetzendem Regen. Usedom ist halt traurig, dass wir nun bald abreisen… ;)

Insel Usedom: Ahlbeck - Korswandt - Ulrichshorst - Reetzow - Labömitz - Katschow - Labömitz - Benz - Pudagla - Bansin - Ahlbeck (34,5km, Ø 15,7km/h; Route bei GPSies.com)

2011-08-29_1.jpgNachdem ein heftiger Regenschauer durchgezogen war, der auch die Temperaturen merklich gesenkt hatte, war der Himmel plötzlich wieder blau. Nix wie raus aufs Rad! Wir planten eine Variante der Runde um den Gothensee, diesmal sollte die Tour aber auch noch den westlicher gelegenen Schmollensee umschließen.
Die Radroute war herrlich leer, der Regen hatte offenbar die meisten Radler für den Rest des Abends in Kneipen und Museen vertrieben. So kamen wir fix voran und genossen die klare und kühle Luft. Fast schon zu kühl, im Gegensatz zu den bisherigen Touren brauchte ich lange Klamotten und die Knielinge. So war es dann aber gut auszuhalten.
Die Karte hatte ich dummerweise zuhause vergessen, und so passierte es dann: In Labömitz verpassten wir den Abzweig. Glücklicherweise brachte uns ein freundlicher Katschower dann wieder auf die richtige Spur, und so fuhren wir sehr entspannt um den Schmollensee bis zurück nach Bansin, von wo aus wir auf der Promenade nachhause radelten.

Insel Usedom: Ahlbeck - Korswandt - Gothen - Bansin - Heringsdorf - Ahlbeck (19,8km, Ø 15,3km/h; Route bei GPSies.com)

Eine weitere schöne Runde von Ahlbeck aus ins Usedomer Hinterland. Für Trailer-Passagiere ist der Weg zwischen Gothen und Heringsdorf eine kleine Rüttelprobe, sonst sind die Wege gut oder wenigstens akzeptabel. Schön übrigens, dass die Sonne ausnahmsweise mal nicht ganz so heftig geprasselt hat!

 
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Auf dem Abstellgleis des Bahnhofs Ahlbeck ist die Zeit stehengeblieben. Aufs Bild klicken für volle Größe (3421 x 800 Pixel / 852 KB).

Insel Usedom: Ahlbeck - Heringsdorf - Bansin - Loddin - Koserow und zurück (42,0km, Ø 21,4km/h; Route bei GPSies.com)

2011-08-27_1.jpgDer Plan klang toll: Abends, wenn es nicht mehr so warm ist und die Touristenmassen in Hotels und Bespaßungsanstalten verschwunden sind, wollte ich nach Zinnowitz fahren. Geschätzte Strecke etwa 25 Kilometer, noch ein wenig hier und da für schöne Fotos anhalten und dann das Ganze natürlich auch wieder zurück.
Zunächst sah auch alles nach einer guten Tour aus: Die Temperaturen waren sehr angenehm, und an den Wolken und den immer mal wieder fallenden ein, zwei Tröpfchen Niesel konnte ich nichts Schlimmes finden.
In einer knappen Viertelstunde hatte ich das Promenaden-Stück bis Bansin hinter mich gebracht, dann ging es in den Wald (vorbei am Langen Berg, den ich diesmal aber links rechts liegen ließ). Es war bereits nach sieben und im Wald schon recht dunkel, und so konnte meine Helmlampe bereits hier durch tadellose Pflichterfüllung glänzen. Der Radweg bestens ausgeschildert, kaum andere Radler unterwegs, Temperaturen um zwanzig Grad und immer wieder tolle Ausblicke auf die Ostsee: Dafür wurde der Begriff “Genussradeln” erfunden.
Was man nur wissen muss: Unterwegs lauern einige als Sechzehnprozenter beschilderte Steigungen (in beide Richtungen) - da brauchts Körner! Dafür warten oben auf den bezwungenen Hügeln (z.B. auf dem Streckelsberg) tolle Blicke hinunter zur See sowie interessante Infotafeln zu Geologie und Biologie der Umgebung.
2011-08-27_2.jpgKurz vor Koserow dann wurde aus dem immer beständiger werdenden Nieselregen ein echter Schauer, und ich beschloss umzukehren. Bis zu meinem geplanten Ziel Zinnowitz wäre es nicht mehr weit gewesen (vielleicht noch sieben oder acht Kilometer?), aber ich musste ja auch wieder zurück nach Ahlbeck und wollte mir möglichst keine Erkältung einfangen. Also Regenjacke an, Kehrtwende und nix wie heim.
Das Wetter war aber leider schneller als ich in Richtung Osten unterwegs, und so holte mich ein echter Wolkenbruch ein. Die Sicht wurde immer schlechter, das Wasser zog in die Klamotten - jetzt gings wirklich nur noch darum, so schnell wie möglich wieder am Ausgangspunkt anzukommen. Ich hetzte also durch den Wald, sah vor Regen kaum, wo ich hinfuhr, und war irgendwann auch wirklich komplett durchweicht.
Als ich in Bansin dann wieder den Wald verließ und auf die (absolut leere) Promenade einbog, konnte ich im Augenwinkel immer schön beobachten, wie mir die Menschen aus den feinen Lokalen mit größtem Bedauern hinterherschauten. Was sie nicht wussten: Auch unter diesen widrigen Bedingungen war es eine eindrucksvolle und wirklich schöne Tour, die ich - nachdem ich mich zuhause endlich der klitschnassen Klamotten entledigt hatte - bei einer heißen Dusche Revue passieren ließ.

Insel Usedom: Ahlbeck - Heringsdorf - Bansin und zurück (17,2km, Ø 11,3km/h; Route bei GPSies.com)

2011-08-26_1.jpgAls Ziel dieser Reise stand der Lange Berg in Bansin fest. Der erhebt sich fast 60 Meter über die Brandung der Ostsee - und wird von selbiger auch permanent angeknabbert. Hinauf gehts über einen recht holprigen Betonplattenweg, der im Wald vom Küstenradweg abzweigt. Die Höhenmeter müssen (vor allem mit Anhänger) erst einmal erarbeitet sein, aber der wunderschöne Blick hinunter aufs Meer rechtfertigt alle Anstrengungen.
Die Anfahrt nach Bansin ist von Ahlbeck aus ziemlich unspektakulär, da man ja nur den Küstenradweg auf der Promenade entlangradelt. Das heißt, vor allem in der Nähe der Seebrücken permanent die Finger an der Bremse zu haben und sich geduldig, aber konsequent durch die Menschenmassen zu schlängeln. Das ist mit Anhänger auch gern mal eine Herausforderung; ich habe festgestellt, dass man konkrete Aussagen machen muss. “Gespann mit Überbreite überholt links!” - und schon ist ausreichend Platz.