Bochum: Langendreer - Harpen - Innenstadt - Universitätsstraße - Langendreer (22km, Ø 28,4km/h)

Nach erledigtem Tagwerk zieht es mich nochmal aufs Rad. Für einen touristisch wertvollen Velo-Ausflug reicht die Zeit leider nicht - na dann halt Sport!
Ich entscheide mich für die recht rennradtaugliche Runde über Harpen und die Castroper Straße in die Innenstadt, dort einmal um den Ring und über die Universitätsstraße wieder heim. Unterwegs benutze ich Radwege nur, wo ich unbedingt muss, und schwimme sonst einfach selbstbewusst im Verkehr mit. Dabei verzichte ich auf übermütige Stunts, lasse es aber durchaus auf Geschwindigkeit ankommen, um auch mal wieder so richtig “auf Puls” zu fahren. Der Tacho zeigt am Ende dann auch einen äußerst knackigen Schnitt an, trotz der unzähligen Ampelstopps zwischendurch.
Die auf dem letzten Kilometer aufkommenden Krämpfe in Wade und Fußsohle (!) zeigen mir dann, dass das für den aktuellen Trainingsstand genau die richtige Dosis war. Ab nachhause, Dusche, Pizza! :)

Duo kemnade

Episode eins: Auf dem Mounti

Bochum-Langendreer – Umrundung Kemnader See – BO-Langendreer (23km)

Als erstes darf das Mounti ran: Entspannt gehts bei allerbestem Frühlingswetter in Richtung Kemnader See. Dort ists, das macht das Wetter, natürlich brechend voll. Dass der Radweg zwischendurch für mehrere hundert Meter gesperrt ist und die Radler auf die Inliner-Spur ausweichen müssen, macht die Sache nicht besser. Aber immerhin sind alle Beteiligten entspannt und rücksichtsvoll – das Wetter ist einfach zu schön zum Zanken. Trotzdem ist das das immerwährende Dilemma mit dem Kemnader See: Das schönste Naherholungsgebiet nützt einem nur begrenzt, wenn sich alle anderen auch dort naherholen wollen :)
Die Sonne macht aber trotzdem, dass es eine herrliche Tour wird, gar nicht zu sprechen vom köstlichen Schoko-Eis zum Abschluss.

Episode zwei: Auf dem Renner

Bochum-Langendreer – Rheinischer Esel – Witten-Zentrum – Witten-Herbede – Kemnader See – BO-Langendreer (29km)

Wieder zuhause, schaut mich die Sonne vorwurfsvoll an: Wie, willst du etwa schon wieder ins Haus gehen? Nein, eigentlich will ich das wirklich nicht. Stattdessen wechsle ich auf den Renner und starte zu Runde zwei: Ab auf den Rheinischen Esel! Dem folge ich bis Witten und wusele hinunter nach Herbede. Am Haus Kemnade überquere ich die Ruhr und nehme mir den Anstieg nach Stiepel vor. Von dort könnte ich auf der anderen Seite in die Bochumer Innenstadt hinunterschießen und dann entspannt nachhause fahren. Nach den ersten hundert Metern im Anstieg machen mir meine Beine aber unmissverständlich klar: Heute nicht. Noch nicht. Ich wehre mich nicht gegen diese Erkenntnis, verheizen will ich mich nicht. Also bleibe ich unten an der Ruhr und fahre entlang des Kemnader Sees und über die Kleinherbeder Straße heim. Reicht für heute, die steilen Stiche und langen Bretter nehme ich mir später vor. Mit dem 25er Schnitt bin ich nämlich auch schon sehr zufrieden.

Bochum: Langendreer - Kirchharpen - Zentrum - Universität - Langendreer (23km, Route bei GPSies.com)

Das Jahr endet mit geradezu frühlingshaften 13 Grad, leider bei recht heftigem Wind. Die Wetterfrösche warnen vor Böen bis Stärke acht – naja, das werd ich schon überleben. Mein ganz persönliches Radelfinale 2017 gehe ich auf dem Renner an, der hat dieses Jahr wirklich wenig erlebt. Nun darf er noch einmal auf die Straße für eine schnörkellose Runde in die Bochumer Innenstadt.
Schon in Werne und Kirchharpen genieße ich den Platz, den ich auf der Straße habe. Autos sind nur sehr wenige unterwegs, auch abseits der Straßen sind kaum Menschen zu entdecken. Ob die alle schon die Raclette-Platten vorheizen…?
Fast schon gespenstisch still ist es dann in der Innenstadt, ich habe Bochum wohl noch nie so ruhig erlebt. Kaum Spaziergänger, nicht einmal im innersten Stadtzentrum, und auch die Autos sind nur ampelphasenweise in kleinen Grüppchen unterwegs. Sehr ungewöhnlich, aber nicht unangenehm :) Nur der Wind pfeift immer wieder recht heftig (wobei die Bochumer City auch bei ruhigeren Wetterverhältnissen den Eindruck erweckt, als Windkanal konzipiert worden zu sein).
Nach der obligatorischen Runde um den Innenstadtring biege ich für den Weg zurück nach Langendreer nicht wie gewohnt auf die Wittener Straße ab, sondern entscheide ich mich für die etwas sportlichere Variante über die Universitätsstraße. Da gibts noch ein paar Höhenmeter zu holen, und vielleicht lege ich so auch noch ein, zwei Kilometer mehr aufs recht klamme Jahreskonto.

Die finale Auswertung 2017 ergibt 450 Kilometer auf dem Mounti und magere 86 auf dem Renner. In Summe immerhin über fünfhundert, das muss das absolute Minimalziel für nächstes Jahr sein.

Bochum-Langendreer - Rheinischer Esel - Witten - Umrundung Kemnader See - BO-Langendreer (30,2km)

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An der Autobahnbrücke am Kemnader See: Kunstwerk eines Couch-Potatoes? ;)

Am Abend eines wunderbar sonnigen Oktobertages öffnet sich unerwartet ein Zeitfenster zum Fahrradfahren. Warum eigentlich nicht? Zur Feier des Tages sattle ich den Renner und mache mich bestens gelaunt auf den Weg zum Rheinischen Esel. Dort sind nur wenige Radler und Jogger unterwegs, und so flitze ich flott, aber stressfrei in Richtung Witten. Rekorde breche ich dabei keine, dazu fehlen mir schlicht die Körner, aber ein bisschen kann ichs schon laufen lassen. Das ist eine wahre Wohltat nach einem langen Tag im Büro – Kopf aus, Beine an!
In Witten knubbele ich mich einmal durchs Verkehrsgewühl hinunter zur Ruhr (ob ich es wohl noch erleben werde, dass es auf dieser Strecke mal eine sichere und komfortable Radwegführung gibt?) und biege ab in Richtung Kemnader See. Auf dieser Strecke, vor allem auf der Herbeder Straße, bin ich knapp überholende Autos gewohnt, aber zu meiner Überraschung und Freude verhalten sich die Autofahrer heute ausnahmslos rücksichtsvoll. Danke dafür! :)
Als ich dann am Kemnader See stehe, checke ich kurz die Waden: Noch eine Runde um den See – oder lieber direkt nachhause? Ich entscheide mich für die Extrarunde und bereue es nicht. Der Radweg um den See ist nur wenig frequentiert, und so genieße ich völlig stressfrei die frische Luft, den Radsport und das herrliche Abendrot. Kleinherbeder und Universitätsstraße bringen mich zurück nach Langendreer, wo ich meinem Renner auch gleich nochmal den neuen Radweg auf der Unterstraße vorstelle.

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Panorama-Ansicht: Kemnader See am Abend

 
Der genussvolle Radel-Abend wird zuhause durch eine heiße Dusche und ein leckeres Abendessen komplettiert – und durch die überraschende Feststellung, dass trotz miserablen Trainingsstands tatsächlich noch ein glatter 25er Schnitt auf dem Tacho steht. Läuft!

Saisonauftakt

Bochum-Langendreer – Witten-Zentrum – Rheinischer Esel – BO-Langendreer (13,8km, Ø 25,5km/h)

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Saisonauftakt.

Die Abendsonne zwinkert mir aufmunternd zu. Ab aufs Rad, ich habe dir den Frühling ins Land gezaubert. Wer könnte da widerstehen?

Das Fahrrad blinzelt noch verschlafen, als ich den Reifendruck an der Tankstelle erneuere. Aber dann erwacht es, jubelt, galoppiert. Frische Wiesen und Wälder ziehen vorbei, es duftet unverschämt gut nach Frühling. Die Kaninchen hoppeln vergnügt über den Radweg und rufen leise, auch wir sind wieder da.

Die meisten Autofahrer wissen vor lauter Schreck noch gar nicht, was sie mit den vielen Fahrradfahrern anfangen sollen, die plötzlich wieder das Revier bevölkern.

Mein Herz hüpft, genießt, will mehr. Schneller. Weiter. Nur die Waden mahnen schmunzelnd zur Ruhe. Mach sachte, du Heißsporn. Es geht doch gerade erst wieder los.

Saisonauftakt.