Bochum-Langendreer – Rheinischer Esel – Witten – Umrundung Kemnader See – Bochum-Langendreer (28 km)

Nach einer liebevollen Pflege-Einheit für die Drahtesel stand noch eine Justage-Runde fürs moppernde Schaltwerk des Renners an, was vor kurzem nervig zu zicken begann. Also starte ich gen Esel, wo ich recht flott alles sauber eingestellt bekomme. Wie das nun wieder schnurrt und flutscht!

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Im April wars hier noch widersprüchlich beschildert – das ist nun endlich korrigiert

Weils so schön ist (und auch herrlich die Sonne scheint), verlängere ich spontan noch durch Witten runter zum Kemnader See, den ich aus lauter Frohsinn auch gleich noch umrunde. Dabei stelle ich erfreut fest, dass man dort – nach nur einem halben Jahr! – endlich ganz legal mit dem Rad die Steinschlag-Umleitung auf dem Skater-Weg benutzen darf. Tatsächlich hat es mal jemand geschafft, das Radfahren-Verboten-Schild abzudecken. Hooray! :D

Auch sonst gibts nichts, aber auch überhaupt nichts, was die Großartigkeit dieser Tour stört: Ich bin optimal gekleidet, weder friere noch schwitze ich. Die Autofahrer lassen mich in Ruhe, und die Beine geben anstandslos ordentlich Druck auf die Kurbel. Grande finale dann zuhause, wo ich nach einer heißen Dusche tiefenentspannt ein köstliches Abendessen genieße.

Was für ein geschmeidiger Abend!

Bochum-Langendreer – Bochum-Innenstadt – Bochum-Langendreer (21 km, Route bei GPSies.com)

Ich habe gerade etwas Zeit, und das Wetter schreit geradezu nach Radeln – also sattele ich den Renner. Zwar ohne Ambitionen auf irgendwelche Geschwindigkeitsrekorde, aber dennoch ziemlich flott jage ich auf der Wittener Straße in die Bochumer Innenstadt. Autos sind recht wenige unterwegs, es ist halt Sonntag, aber so richtige Radelfreude will nicht aufkommen. Ich drehe eine Runde um den Innenstadt-Ring und schwimme dabei selbstbewusst im Verkehr mit, aber auch hier ist es für mich nicht mehr als bloßer Sport. Etwas pathetisch könnte man auch formulieren: Ich spüre nichts. Wo ist meine Radelfreude geblieben?
Damit es nicht allzu langweilig wird, nehme ich heimzu dann die Universitätsstraße, aber außer vielen nervigen roten Ampeln erlebe ich auch hier nichts. Zu allem Überfluss spinnt dann auch noch mein Schaltwerk herum und lupft immer wieder unaufgefordert die Kette vom Ritzel. Nee, so macht das alles irgendwie keinen Spaß. Also nur noch ganz mechanisch den restlichen Heimweg abspulen – dass am Ende ein Schnitt von 27,7 km/h auf dem Tacho steht, auch ganz ohne dass ichs drauf angelegt hätte, reißt dann auch nix mehr raus.
Das nächste Mal suche ich mir wieder eine schöne Landschaftsrunde heraus. Damit es auch mal wieder mehr gibt als eine emotionslose Trainingseinheit.

Bochum: Langendreer - Harpen - Innenstadt - Universitätsstraße - Langendreer (22km, Ø 28,4km/h)

Nach erledigtem Tagwerk zieht es mich nochmal aufs Rad. Für einen touristisch wertvollen Velo-Ausflug reicht die Zeit leider nicht - na dann halt Sport!
Ich entscheide mich für die recht rennradtaugliche Runde über Harpen und die Castroper Straße in die Innenstadt, dort einmal um den Ring und über die Universitätsstraße wieder heim. Unterwegs benutze ich Radwege nur, wo ich unbedingt muss, und schwimme sonst einfach selbstbewusst im Verkehr mit. Dabei verzichte ich auf übermütige Stunts, lasse es aber durchaus auf Geschwindigkeit ankommen, um auch mal wieder so richtig “auf Puls” zu fahren. Der Tacho zeigt am Ende dann auch einen äußerst knackigen Schnitt an, trotz der unzähligen Ampelstopps zwischendurch.
Die auf dem letzten Kilometer aufkommenden Krämpfe in Wade und Fußsohle (!) zeigen mir dann, dass das für den aktuellen Trainingsstand genau die richtige Dosis war. Ab nachhause, Dusche, Pizza! :)

Duo kemnade

Episode eins: Auf dem Mounti

Bochum-Langendreer – Umrundung Kemnader See – BO-Langendreer (23km)

Als erstes darf das Mounti ran: Entspannt gehts bei allerbestem Frühlingswetter in Richtung Kemnader See. Dort ists, das macht das Wetter, natürlich brechend voll. Dass der Radweg zwischendurch für mehrere hundert Meter gesperrt ist und die Radler auf die Inliner-Spur ausweichen müssen, macht die Sache nicht besser. Aber immerhin sind alle Beteiligten entspannt und rücksichtsvoll – das Wetter ist einfach zu schön zum Zanken. Trotzdem ist das das immerwährende Dilemma mit dem Kemnader See: Das schönste Naherholungsgebiet nützt einem nur begrenzt, wenn sich alle anderen auch dort naherholen wollen :)
Die Sonne macht aber trotzdem, dass es eine herrliche Tour wird, gar nicht zu sprechen vom köstlichen Schoko-Eis zum Abschluss.

Episode zwei: Auf dem Renner

Bochum-Langendreer – Rheinischer Esel – Witten-Zentrum – Witten-Herbede – Kemnader See – BO-Langendreer (29km)

Wieder zuhause, schaut mich die Sonne vorwurfsvoll an: Wie, willst du etwa schon wieder ins Haus gehen? Nein, eigentlich will ich das wirklich nicht. Stattdessen wechsle ich auf den Renner und starte zu Runde zwei: Ab auf den Rheinischen Esel! Dem folge ich bis Witten und wusele hinunter nach Herbede. Am Haus Kemnade überquere ich die Ruhr und nehme mir den Anstieg nach Stiepel vor. Von dort könnte ich auf der anderen Seite in die Bochumer Innenstadt hinunterschießen und dann entspannt nachhause fahren. Nach den ersten hundert Metern im Anstieg machen mir meine Beine aber unmissverständlich klar: Heute nicht. Noch nicht. Ich wehre mich nicht gegen diese Erkenntnis, verheizen will ich mich nicht. Also bleibe ich unten an der Ruhr und fahre entlang des Kemnader Sees und über die Kleinherbeder Straße heim. Reicht für heute, die steilen Stiche und langen Bretter nehme ich mir später vor. Mit dem 25er Schnitt bin ich nämlich auch schon sehr zufrieden.

Bochum: Langendreer - Kirchharpen - Zentrum - Universität - Langendreer (23km, Route bei GPSies.com)

Das Jahr endet mit geradezu frühlingshaften 13 Grad, leider bei recht heftigem Wind. Die Wetterfrösche warnen vor Böen bis Stärke acht – naja, das werd ich schon überleben. Mein ganz persönliches Radelfinale 2017 gehe ich auf dem Renner an, der hat dieses Jahr wirklich wenig erlebt. Nun darf er noch einmal auf die Straße für eine schnörkellose Runde in die Bochumer Innenstadt.
Schon in Werne und Kirchharpen genieße ich den Platz, den ich auf der Straße habe. Autos sind nur sehr wenige unterwegs, auch abseits der Straßen sind kaum Menschen zu entdecken. Ob die alle schon die Raclette-Platten vorheizen…?
Fast schon gespenstisch still ist es dann in der Innenstadt, ich habe Bochum wohl noch nie so ruhig erlebt. Kaum Spaziergänger, nicht einmal im innersten Stadtzentrum, und auch die Autos sind nur ampelphasenweise in kleinen Grüppchen unterwegs. Sehr ungewöhnlich, aber nicht unangenehm :) Nur der Wind pfeift immer wieder recht heftig (wobei die Bochumer City auch bei ruhigeren Wetterverhältnissen den Eindruck erweckt, als Windkanal konzipiert worden zu sein).
Nach der obligatorischen Runde um den Innenstadtring biege ich für den Weg zurück nach Langendreer nicht wie gewohnt auf die Wittener Straße ab, sondern entscheide ich mich für die etwas sportlichere Variante über die Universitätsstraße. Da gibts noch ein paar Höhenmeter zu holen, und vielleicht lege ich so auch noch ein, zwei Kilometer mehr aufs recht klamme Jahreskonto.

Die finale Auswertung 2017 ergibt 450 Kilometer auf dem Mounti und magere 86 auf dem Renner. In Summe immerhin über fünfhundert, das muss das absolute Minimalziel für nächstes Jahr sein.