Böhmische Dörfer

Ostsachsen/Tschechien: Schmilka - Děčín - Děčínský Sněžník - Ostrov - Rájec - Bahratal - Langenhennersdorf - Pirna (70,0km, Ø 18,8km/h; Route bei GPSies.com)

Die Einladung meiner Brüder, meinen Osterurlaub in Sachsen mit einer gemeinsamen Fahrradtour zu krönen, konnte ich einfach nicht ausschlagen. Schließlich hatte der Wetterbericht über zwanzig Grad und Sonne ohne Ende versprochen! In aller Frühe holte mich André also an der Elbfähre in Birkwitz ab und rüstete mich mit Fahrrad und -klamotten aus. Die S-Bahn, in der wir dann auch den Arild trafen, brachte uns nach Schmilka, von wo aus wir dann entlang der Elbe nach Děčín radelten.
Fast 600 Meter über der Stadt thront der Děčínský Sněžník, den sieht man auch noch von Dresden aus. Dort wollten wir hinauf, nahmen aber nicht den direkten Weg (den ich 2006 als Betreuer eines Fahrradferienlagers schon einmal unter die Räder genommen hatte), sondern fuhren in einer großen Spirale durch den Wald faktisch “von hinten” hinauf. Das letzte Stück zum Sněžník-Plateau war für mich dann Neuland, ganz oben war ich bis dahin noch nie. Vom Aussichtsturm hat man einen senationellen Blick in alle Himmelsrichtungen, den uns in der Ferne leider ein leichter Dunst trübte:

2011-04-24_sneznik-pano.jpg
360°-Blick vom Sněžník. In der linken Bildhälfte kann man die Festung Königstein und den Lilienstein erahnen, im rechten Bilddrittel liegt Děčín im Tal. Aufs Bild klicken für volle Größe (9404 × 800 Pixel / 1,2 MB).

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Blick vom Sněžník hinunter nach Děčín. Unten sitzen André und Arild und langweilen sich.

Als wir unsere Anwesenheit in feierlichen Posen fotografisch festgehalten und uns am grandiosen Panorama sattgesehen hatten, schossen wir wieder hinab. Durch das (zumindest bei Kennern) legendenumwobene Ostrov gings im Wald weiter nach Rájec, wo man einige Meter weiter schon wieder in Deutschland ist. Wir fuhren tolle Waldweg-Passagen, die mit meinem eigenen, ungefederten Bike sicher keine Freude gewesen wären - mit Andrés Mounti aber wurde gerade das losere Geläuf zu einem wahren Genuss. “Eine Lecke!”, sozuagen.

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Ich fahre im Gelände!

Bei Bahratal kamen wir dann irgendwann auch wieder auf Asphalt und spurten entlang der Bahra und Gottleuba hinunter nach Pirna. Dabei legten wir noch einen spannenden Zwischenhalt am Langenhennersdorfer Wasserfall ein, zu dessen oberem Ende man durch einen engen Höhlengang hinaufkrauchen kann - der Sage nach hier sollen in diesen Gängen einst Zwerge gehaust haben. Das glaub ich aufs Wort - für alle anderen ists zwischen den Felsblöcken nämlich entschieden zu eng.
In Pirna trennten sich unsere Wege dann erst einmal, und die S-Bahn brachte mich zum Osterschmaus bei der lieben Verwandtschaft. Etwas später trafen dort auch André und Arild wieder ein, und wir resümierten diese wundervolle Ostertour beim Betrachten der zahlreich geschossenen Bilder. Die besten davon gibts hier:

Dresden-Weixdorf - DD-Zentrum - Elberadweg über Pirna bis Rathen
Bastei - Lohmen - Pirna
DD-Klotzsche - DD-Weixdorf
(65,0km, Ø 30,0km/h)

2010-07-19.jpgMein Bruder Arild hatte Wind davon bekommen, daß ich im Lande war und mein Rad dabei hatte, und lud mich zu einer Runde in die Sächsische Schweiz ein. Eigentlich hatte ich mir einen trainingsfreien Tag vorgenommen, aber wenn er schonmal fragt…
Wir schossen ins Dresdner Stadtzentrum hinein und bogen auf den (meist gut asphaltierten) Elberadweg ab. Dem folgten wir unter dem Blauen Wunder hindurch bis Pirna, wo wir die Elbseite wechselten und im einfach überwältigenden Elbtal über Wehlen nach Rathen fuhren.
Oberhalb von Rathen thront die Bastei, die Touristenattraktion der Sächsischen Schweiz. Genau die wollten wir bereisen, allerdings führt kein direkter radelbarer Weg hinauf - und für die ungleich weitere Anfahrt “von hinten” fehlte mir inzwischen die Zeit, abends stand noch ein Termin an. Also schulterten wir die Bikes und marschierten aus dem Amselgrund fast 200 Höhenmeter treppauf. “‘Radwandern’ in ganz neuer Bedeutung”, um mal den besten der meist eher flachen Kommentare entgegenkommender Wanderer zu zitieren.
Oben auf der Bastei angekommen, schossen wir dann noch das obligatorische “Fahrrad-vor-Elbpanorama”-Bild (s. rechts; Pinky durfte auch mal), um dann in Windeseile über Lohmen wieder hinunter nach Pirna zu jagen. Da hatte der gute Arild seine liebe Not, Rennradgeschwindigkeit zu halten - durfte dafür aber meinen Windschatten nutzen.
Auf dem Pirnaer Bahnhof sprang ich in die eben einfahrende S-Bahn, die mich zum Dresdner Hauptbahnhof brachte; dort Umstieg in den herrlich überfüllten Regionalexpress (jetzt weiß ich auch, was “Fahrradmitnahme begrenzt möglich” bedeutet), und schon war ich in Dresden-Klotzsche. Von dort aus spurtete ich, den einzuhaltenden Termin im Auge, dem “Basislager” in Weixdorf entgegen, wie es die Beine noch hergaben.

Dresden: Weixdorf - Stauffenbergallee - Bühlau - Blaues Wunder - Zentrum - Radebeul - Boxdorf - Moritzburg - Bärnsdorf - Weixdorf (60,1km, Ø 27,9km/h)

Bestes Wetter, tolle Runde, genug Körner in den Waden - und dann auch noch in Dresden, der Stadt der Städte! Deswegen spare ich mir die Worte - diesmal gibts nur Bilder:

Dresden-Weixdorf - Langebrück - Klotzsche - Hellerau - Boxdorf - Reichenberg - Moritzburg - Bärnsdorf - Weixdorf (~36km)

2010-04-04_1.jpgSo lecker der Osterschmaus bei der Familie auch war, so rund und träge machte er aber auch; das Angebot meiner per Fahrrad angereisten Brüder zu einer Radtour rund um den Dresdner Flughafen nahm ich also dankend an. Ich durfte mit “Pinky” fahren (einem Rad, das seinem Namen optisch wirklich alle Ehre macht) und bekam als Bonus noch den Kindertransporter angehängt. Bergab drückt er ja noch schön, aber bergauf…
Von Weixdorf aus ging es übers Feld nach Langebrück, um von dort aus in der alten Heimat Klotzsche vorbeizuschauen. Wie sich dort alles verändert hat! Dann weiter nach Boxdorf und von dort aus über Reichenberg die lange Gerade nach Moritzburg gespurt, wo wir (zur Freude der Kids) sogar noch auf einen dampflokbespannten Zug der Lößnitzgrundbahn trafen.
Am berühmten (aber leider gerade eingerüsteten) Schloß Moritzburg und dem Wildgehege vorbei fuhren wir gen Nordosten, um kurz vor Berbisdorf in Richtung Bärnsdorf abzubiegen. Kurze Pause, um einen platten Reifen zu reparieren, und schon gings an Marsdorf vorbei zurück in Richtung Weixdorf.

“Pinky”, im echten Leben das Rad meines Bruders, sieht zwar arg gewöhnungsbedürftig aus, macht aber richtig Spaß - auch wenn die realen 36 Kilometer sich aufgrund des Anhängers eher wie 70 anfühlten. Tolles Training, schöne Runde in der Heimat, zufriedene Passagiere - was will man mehr?

Home, sweet home²

Dresden-Weixdorf - Boxdorf - Radebeul - DD-Altstadt - DD-Neustadt - DD-Weixdorf (35,6km, Ø 26,4km/h, Vmax 66,07km/h)

2009-05-25.jpgPetrus hatte allerbeste Laune und spendierte Sonnenschein bei 25 Grad, und so freute ich mich auf einen Abstecher ins Dresdner Altstadt-Ensemble. Damit dabei auch ein paar Kilometer werden, fuhr ich einen kleinen Umweg über Hellerau und Boxdorf nach Radebeul, von wo aus ich dann der Leipziger Straße in Richtung Dresdner Stadtzentrum folgte. Dort mußte dann natürlich Zeit für die obligatorischen “Fahrrad-vor-Altstadt”-Fotos sein, bevor ich über die Königsbrücker Straße stadtauswärts den Heimweg antrat.
Zwischen Bischofsweg und Industriegelände ist der “Radweg” übrigens bestenfalls vollgefederten Rädern zuzumuten, mit einem Hardtail oder gar Rennrad ists schlicht eine Katastrophe. Kurz vor Weixdorf kann man dann auch noch den etwas schrägen Humor des Dresdner Tiefbauamtes bewundern, das ein und denselben Weg stadteinwärts als Rad-, von der anderen Seite aber als Gehweg beschildert. Es wäre ja mal interessant zu erfahren, wie oft sich dort schon Zweiradler und Zweibeiner in die Wolle bekommen haben (”Mach den Radweg frei!” - “Das ist ein Gehweg!”).
Bis auf diese Merkwürdigkeiten (und die übliche Krankheit mancher Autofahrer, mich zu überholen und dann an der roten Ampel bis an den Bordstein nach rechts herüberzuziehen, um mich am Vorbeifahren zu hindern) war es eine wunderbare Runde durch die Stadt der Städte. Außerdem fühle ich mich fit fürs anstehende 24-Stunden-Radeln in Chemnitz, da muß nun nur noch das Wetter halten.