Herdecke-Sprint

Bochum-Langendreer - Witten - Wetter - Herdecke - Hagen-Nord - Dortmund-Syburg - Herdecke-Westende - Witten-Heven - BO-Langendreer (52,3km, Ø 31,1km/h; Route bei GPSies.com)

Wenns rollt, rollts - und so kam ich bei dieser verdammt schnellen Trainingsrunde nichtmal dazu, Fotos zu schießen. Das Ergebnis war ein 31er Schnitt auf 52 Kilometer - so fix war ich bisher, wenn überhaupt, nur auf der Kurzstrecke.

Chemnitz: Euba - Niederwiesa - Euba (3x)
Euba - Niederwiesa - Flöha - Augustusburg - Erdmannsdorf - Euba
(70,4km, Ø 24,2km/h)

2010-07-24_1.jpgEs ist echt enttäuschend: Da ist das Wetter entgegen aller Voraussagen schonmal gut, seit Wochen wurde alles groß angekündigt, viele Leute zeigten Interesse - und dann erscheint trotzdem keiner zum Chemnitzer 24-Stunden-Radeln. Nur Rico (aus Berlin angereist) und ich waren mit dem Rad am Startpunkt; außer uns schafften es über den Tag verteilt nur noch ein paar Zuschauer (danke dafür!).
Optimistisch starteten wir trotzdem auf die klassische Runde: Von der Talsperre Euba zum Weißen Weg, rechts in die Beuthenbergstraße und dann ganz Euba hinunter bis nach Niederwiesa; dort vorm Bahnhof rechts und über die Alte Bierstraße wieder hinauf bis nach Euba.

2010-07-24_2.jpgIm ersten Durchgang regnete es an manchen Stellen noch ein wenig, im Großen und Ganzen wurde das Wetter aber immer besser. Der Wind sorgte dafür, daß die Straßen schnell abtrockneten, es waren wirklich gute Bedingungen zum Radeln. Leider waren aber auch nach drei gefahrenen Runden keine weiteren Radler zu uns gestoßen, und so beschlossen wir, das ganze Thema abzuhaken, die Standardrunde zu verlassen und lieber noch eine schöne Tour auf die Augustusburg zu machen. Das entsprach so ziemlich der Streckenführung des allerersten 24-Stunden-Radelns 2007 - wir schwelgten in herrlichen Erinnerungen, als wir die Burg erklommen. Hinunter nach Erdmannsdorf ließen wir es dann richtig rollen, fuhren entlang der Flöha und kämpften uns die Struth hinauf zurück nach Euba. Leider hatte Ricos Rad unterwegs einige nervige Macken, und bevor es ihm noch ganz auseinanderfiele, beendeten wir die ganze Aktion und fuhren ziemlich enttäuscht nachhause.

Großolbersdorf - Wiesenbad - Wiesa - Frohnau - Sehma - Cranzahl - Hammerunterwiesenthal - Oberwiesenthal - Fichtelberg und retour (112,0km, Ø 26,4km/h, Vmax 78,57km/h; Route bei GPSies.com)

Das stand schon lange auf meinem Zettel: Den Fichtelberg mit dem Rad bereisen! Der ist immerhin 1214 Meter hoch, was von meinem Startpunkt Großolbersdorf aus etwas mehr als 830 Netto-Höhenmeter bedeutet. Brutto sinds durch diverse Talquerungen natürlich bedeutend mehr - vielleicht finde ich mal eine ruhige Minute und die passende Software, um das mal auszurechnen. Nachtrag: Es sind etwa 1800 Höhenmeter, siehe GPSies.com.
Ich startete früh und war recht fix auf der B101 im Zschopautal, der ich bis Wiesenbad folgte. Dort bog ich nach Wiesa ab und fuhr bis Frohnau, wo ich wieder auf die B101 kam - sie aber in Cunersdorf schon wieder verließ und über Sehma, Crahnzahl und Neudorf bis Hammerunterwiesenthal radelte. Es ging die ganze Zeit (natürlich) bergauf, allerdings recht gemächlich, und mit dem richtigen Gang kam ich recht konstant mit 25km/h voran.
Ab Hammerunterwiesenthal fuhr ich dann auf der zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise recht leeren B95, die am Wintersport-Mekka Oberwiesenthal vorbeiführt und danach ziemlich steil an der Flanke des Fichtelbergs emporsteigt. Dabei hat man die Grenze quasi immer in Rufweite - wenn dann ein Stück weiter oben die Fichtelbergstraße nach rechts in Richtung Gipfel abbiegt, ist man in der anderen Richtung schon nach wenigen Metern in Tschechien.
Ich bog natürlich rechts ab und kämpfte mich hochmotiviert bis auf den Gipfel. Gemein dabei: Es geht die ganze Zeit bergan, logisch, aber das steilste Stück wartet erst auf den allerletzten Metern. Reserven einplanen!
Oben angekommen, rastete ich ausgiebig bei Schnitzel, Fritten und Unmengen Cola, bevor ich mich auf den Rückweg machte. Dabei erreichte ich auf dem oberen Stück der B95 auch gleich noch meine neue Maximalgeschwindigkeit von 78,57km/h - was man dort aber nur bei wenig Verkehr probieren sollte. Auch gilts, die gleich darauf folgenden Spitzkehren mit Bedacht anzubremsen, da liegt nämlich auch mal das eine oder andere Steinchen auf der ansonsten hervorragenden Fahrbahn.
Der Weg zurück verlief dann unspektakulär, ich konnte es gut laufen lassen, wollte mich aber nicht zu sehr verheizen. Einen Kracher hatte ich mir nämlich noch aufgehoben: Aus dem Zschopautal fuhr ich nicht den “normalen” Weg nach Großolbersdorf hinaus, sondern bog in Hopfgarten rechts zum Hopfgärtner Berg ab - ein direkter Stich aus dem Tal hinaus, an einigen Stellen bis zu 21 Prozent steil. Da konnten die Waden nochmal tüchtig glühen, bevor ich sie nach tadelloser Pflichterfüllung nebst Restrumpf unter die Dusche stellte. Geile Tour!

Dresden-Weixdorf - DD-Zentrum - Elberadweg über Pirna bis Rathen
Bastei - Lohmen - Pirna
DD-Klotzsche - DD-Weixdorf
(65,0km, Ø 30,0km/h)

2010-07-19.jpgMein Bruder Arild hatte Wind davon bekommen, daß ich im Lande war und mein Rad dabei hatte, und lud mich zu einer Runde in die Sächsische Schweiz ein. Eigentlich hatte ich mir einen trainingsfreien Tag vorgenommen, aber wenn er schonmal fragt…
Wir schossen ins Dresdner Stadtzentrum hinein und bogen auf den (meist gut asphaltierten) Elberadweg ab. Dem folgten wir unter dem Blauen Wunder hindurch bis Pirna, wo wir die Elbseite wechselten und im einfach überwältigenden Elbtal über Wehlen nach Rathen fuhren.
Oberhalb von Rathen thront die Bastei, die Touristenattraktion der Sächsischen Schweiz. Genau die wollten wir bereisen, allerdings führt kein direkter radelbarer Weg hinauf - und für die ungleich weitere Anfahrt “von hinten” fehlte mir inzwischen die Zeit, abends stand noch ein Termin an. Also schulterten wir die Bikes und marschierten aus dem Amselgrund fast 200 Höhenmeter treppauf. “‘Radwandern’ in ganz neuer Bedeutung”, um mal den besten der meist eher flachen Kommentare entgegenkommender Wanderer zu zitieren.
Oben auf der Bastei angekommen, schossen wir dann noch das obligatorische “Fahrrad-vor-Elbpanorama”-Bild (s. rechts; Pinky durfte auch mal), um dann in Windeseile über Lohmen wieder hinunter nach Pirna zu jagen. Da hatte der gute Arild seine liebe Not, Rennradgeschwindigkeit zu halten - durfte dafür aber meinen Windschatten nutzen.
Auf dem Pirnaer Bahnhof sprang ich in die eben einfahrende S-Bahn, die mich zum Dresdner Hauptbahnhof brachte; dort Umstieg in den herrlich überfüllten Regionalexpress (jetzt weiß ich auch, was “Fahrradmitnahme begrenzt möglich” bedeutet), und schon war ich in Dresden-Klotzsche. Von dort aus spurtete ich, den einzuhaltenden Termin im Auge, dem “Basislager” in Weixdorf entgegen, wie es die Beine noch hergaben.

Dresden: Weixdorf - Stauffenbergallee - Bühlau - Blaues Wunder - Zentrum - Radebeul - Boxdorf - Moritzburg - Bärnsdorf - Weixdorf (60,1km, Ø 27,9km/h)

Bestes Wetter, tolle Runde, genug Körner in den Waden - und dann auch noch in Dresden, der Stadt der Städte! Deswegen spare ich mir die Worte - diesmal gibts nur Bilder: