Bochum-Langendreer – Rheinischer Esel – Witten – Schnee – Herdecke – Wetter – Ruhrtalradweg – Witten – BO-Langendreer (35km, Route bei GPSies.com)

2018-05-06_1.jpg
Weiter Blick vom Schnee

Bevor die neue Woche startet, möchte ich gern nochmal nach Herdecke radeln. Dort will ich nämlich unbedingt den Waldweg erkunden, den ich bei der Schussfahrt durchs Endertal auf der anderen Talseite immer sehe.
Ich starte also auf dem Rheinischen Esel in Richtung Witten. Weil die Zeit nicht für die ganz große Runde über den Hülsenberg reicht, verlasse ich hier den Esel schon wieder und nehme den direkten Weg über die Ardeystraße auf den Schnee hinauf. Das schlaucht ganz schön, auch weil die Sonne von einem völlig wolkenlosen Himmel herunterknallt. Aber ich lege es heute nicht auf Puls-Rekorde an und kurble ohne Hektik, aber konstant den Berg hinauf. Das zieht sich ganz schön, bis man dann endlich mal ganz oben ist!

2018-05-06_2.jpg
Der Ruhrtalradweg in Wengern: Langfristig umgeleitet

Nach flotter Schussfahrt nach Herdecke-Kirchende hinab biege ich ab ins beschauliche Endertal, was ich sonst über die Ender Talstraße hinabjage. Diesmal biege ich am Krankenhaus aber nach links auf den Waldweg ab, den ich schon so lange mal unter die Räder nehmen wollte. Leider ist das Erlebnis dann mehr als enttäuschend: Der Weg ist rumpelig und knüppelhart, das kann man sich eigentlich nur vollgefedert zumuten. Zudem besteht die Decke auf dem ersten Stück, soweit ich das sehen kann, vermutlich aus kleingeschreddertem Bauschutt – mit unzähligen Keramik- und Glasscherben darin. Wer kommt denn bitte auf so eine Idee…? Weiter unten ist dieser Graus dann vorbei, dafür rüttelt mich die katastrophal unebene Wegoberfläche brachial durch. Nee, das war vielleicht das erste, ganz sicher aber auch das letzte Mal, dass ich hier entlang gefahren bin – das nächste Mal nehm ich wieder die Straße!
Unten im Ruhrtal angekommen, biege ich links in Richtung Wetter ab, um dort die Ruhrseite zu wechseln und auf dem Ruhrtalradweg zurück nach Witten zu fahren. Unterwegs in Wengern ist der Radweg für den Rest des Jahres gesperrt (was machen die da eigentlich?), die Umleitung auf der anderen Seite der Eisenbahntrasse ist aber bestens ausgeschildert.
In Witten angekommen, entscheide ich mich dann für die Direttissima zurück nachhause: Nachtigallbrücke, Sprockhöveler Straße, Bochumer Straße. Reicht für heute, das Abendessen wartet!

2018-05-06_3.jpg
Leider nur mit dem ollen Handy geschossen: Panoramablick von der Wetterer Ruhrbrücke in Richtung Wengern.

Bochum-Langendreer - Kemnader See - Witten-Heven - WIT-Zentrum - Rheinischer Esel - BO-Langendreer (21km, Route bei GPSies.com)

Draußen bleibt es für die Jahreszeit deutlich zu mild – zehn Grad zum Jahreswechsel! Aber gut, nachdem die alte Saison erst am allerletzten Tag des Jahres endete, lasse ich die neue auch gern direkt zu Neujahr wieder beginnen! So kam ich nach langer Zeit auch wieder einmal an der Schleuse Heven vorbei, wo auch einige andere Radler und Spaziergänger ins neue Jahr starteten. Mal sehen, was ich 2018 aufs Kilometerkonto gepackt bekomme; meine selbstgesetzte Unter(!)grenze sei hiermit bei 500km dokumentiert.

Sport frei 2018!

2018-01-01.jpg
Panorama-Ansicht: Schleuse Heven. Schon ziemlich viel Wasser in der Ruhr.

Bochum-Langendreer - Rheinischer Esel - Witten - Herdecke - Wengern - Ruhrtalradweg bis Witten - Rheinischer Esel - BO-Langendreer (44km, Route bei GPSies.com)

2017-11-01_1.jpg
Dass der Rhei­nische Esel früher einmal eine Bahn­trasse war, …

Nach Herdecke wollte ich schon lange mal wieder. Das hat nun endlich einmal wieder geklappt, auch unter freundlicher Mithilfe des einen oder anderen Feiertags.
Ich starte bei recht angenehmen 13 Grad Außentemperatur in Langendreer und beeile mich, zum Rheinischen Esel zu gelangen. Dort ists durch das feuchte Laub ein wenig glitschig, aber weil so wenig los ist, brauche ich eh keine wilden Ausweichmanöver zu fahren. Entspannt gehts auf dem Esel durch Witten, in Sichtweite schon den Schnee. Auf diesen Bergrücken will ich rauf, das letzte Mal ist schon eine Weile her. Entsprechend habe ich irgendwie schon vergessen, wie steil die 17 Prozent den Hülsenberg hinauf wirklich sind – meine Fresse, das schlaucht aber gewaltig. Die Stimme in meinem Kopf hält dagegen: Hey, das Ding hast du früher schon mit dem Anhänger geschafft, also reiß dich gefälligst zusammen! Ein bisschen stolz bin ich dann schon, als ichs bis nach oben geschafft habe, und staune wieder einmal, wie weit man vom Schnee ins Land schauen kann. Dann stürze ich mich in südlicher Richtung wieder talwärts, um in Kirchende ins malerische Endertal einzubiegen. Für Straßenradler wie mich ist das eine wirklich schöne Strecke, landschaftlich sehr reizvoll und abseits des ganz großen Verkehrstrubels.

2017-11-01_2.jpg
… erkennt man deutlich. Auch, dass auf dem Heim­weg meine Kör­ner schon auf­ge­braucht sind.

Als ich dann im Ruhrtal in Richtung Wetter abbiege (ich will dort die Ruhrseite wechseln), überholen mich drei Rennradler. Mich sticht der Hafer und ich gebe ordentlich Kette, um an den Buben dranzubleiben. Das gelingt mir, und so rasen wir gemeinsam über die Ruhrbrücke. Dann biege ich allerdings hinunter zum Ruhrtalradweg ab, der mich zurück nach Witten bringen soll, und muss mich schon wieder von den Rennern verabschieden.
Ein paar Kilometer weiter merke ich dann, dass mich dieses kurze Vollgasstück ziemlich viel Kraft gekostet hat. Die Oberschenkel fangen nun ordentlich an zu zwicken, also verwerfe ich alle Pläne zur Streckenverlängerung und entschließe mich, durch Witten hindurch zum Rheinischen Esel und auf diesem dann nachhause zu fahren. Unterwegs mache ich noch eine kleine Pause – die Körner sind einfach aufgebraucht. Daheim stell ich mich dann ziemlich platt unter die heiße Dusche und veratme eine Pizza, um wieder ein wenig Energie zu tanken. Das Einschlafen abends geht dann wie von ganz allein … :)

Bochum-Langendreer - Rheinischer Esel - Witten-Zentrum - Ruhrtalradweg über Witten-Heven zum Kemnader See - BO-Langendreer (23,9km, Ø 18,2km/h; Route bei GPSies.com)

2015-05-23_1.jpg
Da staunt der Besuch: Diese schnucklige Fähre wird uns - kostenlos! - über die Ruhr bringen.

Nach langer Zeit besuchte der Arild mich mal wieder in Bochum. Das wollte er auch dazu nutzen, sich die Schönheiten des Ruhrtals, die ich hier im Tourenbuch stets beschreibe, auf einer Fahrradtour endlich auch einmal persönlich anzusehen. Da er sein Rad nicht dabei hatte, setzte ich ihn auf mein ATB und radelte selbst auf dem Renner. Petrus spielte bestens mit, und weil wir leider nicht übermäßig viel Zeit hatten, plante ich “nur” eine flotte Runde über den Rheinischen Esel und den Ruhrtalradweg.
Wir durchquerten Langendreer zum Rheinischen Esel, auf dessen - ich zitiere mich Arild zuliebe selbst - “topfebenem” Belag wir gen Witten schwebten. Besonders fiel meinem Besuch dabei der Schotter links und rechts des Asphalts auf, der davon erzählt, dass dieser Radweg früher mal eine Bahntrasse war. Auch einige Gleis-Meter, die hier und da noch zu sehen sind, erinnern an diese Zeiten.

In Witten vermisse ich auch nach Jahren noch eine Möglichkeit, die Innenstadt vom Rheinischen Esel hinunter zur Ruhr stressfrei zu durchqueren. Aber Arild ist auf dem Fahrrad ja auch kein Kind von Traurigkeit, und so bahnten wir uns flott und gewitzt den Weg durchs Verkehrsgewühl. Nachdem wir schließlich die Ruhr überquert und den Ruhrtalradweg erreicht hatten, wurde die Umgebung wieder grün und das Radeln wieder entspannt. Auf dem Weg ruhrabwärts schmunzelten wir in Bommern noch kurz über die Lok-Namen der Muttentalbahn (hihi, “Gertrud”), bevor wir uns an der Burgruine Hardenstein von der gleichnamigen Ruhrtalfähre übersetzen ließen. Die Überfahrt ist grundsätzlich kostenlos, aber natürlich hat der aufmerksame Fahrgast immer etwas Klimpergeld für die Unterstützung dieses Unikums dabei.

2015-05-23_2.jpg
Toller Service für Radler an der Schleuse in Heven: Eine Pumpstation!

An der Schleuse in Heven (die, wie ich lernte, offiziell eigentlich “Schleuse Herbede” heißt), gönnten wir uns eine kleine Pause. Hier ist man - wie übrigens überall am Ruhrtalradweg zwischen Winterberg und Duisburg! - immer um das Wohl der Fahrradfahrer bemüht. So kann man sich nicht nur mit Eis und Bratwurst stärken, sondern dank der prominent platzierten Standluftpumpe auch dem Velo etwas Gutes tun. Ein toller Service!

Ein Stück weiter flussabwärts speist die Ruhr dann den Kemnader See. Hier konnte ich noch ein letztes Mal meine Fähigkeiten als Touristen-Guide beweisen und klärte meinen Besuch darüber auf, dass der Kemnader See der einzige Binnensee Deutschlands ist, der über eine komplette Hafenbefeuerung verfügt. Mit Leuchtturm! Damit kann man in der hiesigen Wassersportschule - mitten im Ruhrpott - sogar den Sportbootschein See machen. Okay, das mag jetzt nicht die ganz wertvolle touristische Information sein, aber zum Abschluss unserer kleinen Tour war das zumindest ein sehr amüsanter Fakt. Man soll ja auf Reisen auch was lernen!

Arild jedenfalls fuhr später recht beeindruckt wieder nachhause - derart grün, geschichtsbewusst und abwechslungsreich hatte er den Ruhrpott wohl nicht erwartet. Komm bald wieder vorbei, dann zeige ich dir auch mal das Ardeygebirge … oder das Bergische Land … oder das Sauerland … oder … :)

Finde deine Mitte

Bochum-Langendreer - Witten - Herdecke - Dortmund-Hohensyburg - Ruhrtalradweg bis Witten-Heven - Bochum-Langendreer (55,1km, Ø 24,0km/h; Route bei GPSies.com)

Schon lange fehlt mir das Radeln als Ausgleich zu den diversen kleinen Nickligkeiten des Lebens. Der Winter hat sich alle Mühe gegeben, möglichst viel nasse Kälte, aber ja keinen Schnee da zu lassen - alles andere als schöne Bedingungen fürs Fahrradfahren, und das monatelang.
Aber nun will der Frühling es endlich wissen und stellt mit fast zwanzig Grad einen März-Sonntag in die Landschaft, der seinesgleichen sucht. Und sofort will der ganze Ruhrpott nur raus ins Freie, um gierig die Sonne aufzusaugen. Entsprechend voll sind Radwege, Ausflugslokale und kurvige Motorradstrecken. Aber das tolle Wetter wirkt offenbar auch auf die Laune der Menschen: Alle sind entspannt und rücksichtsvoll, niemand hupt Fahrradfahrer von der Straße, und die meisten warten mit dem Überholen wirklich, bis ausreichend Platz ist. Paradiesische Zustände!
Nach einem wunderbar flotten Ritt über den Rheinischen Esel kämpfe ich mich aus Witten hinauf auf den Schnee (bin ich hier nicht schonmal bedeutend dynamischer hochgefahren?) und lasse mich auf der anderen Seite im Sturzflug nach Herdecke hinunterfallen. Heute will ich zur Syburg, also muss ich die eben hinuntergerollten Meter auf der anderen Talseite gleich wieder hinauf. Aber ich lasse es piano angehen und komme stetig, aber mit beruhigend viel Luft zur Leistungsgrenze voran.
Auf der Syburg mache ich eine Rast und lasse mir die Sonne auf den Pelz scheinen. Was für ein Genuss!

2015-03-08_pano.jpg
Blick von der Syburg - in der Bildmitte die Mündung der Lenne in die Ruhr. Aufs Bild klicken für volle Größe (3183 x 800 Pixel / 536 KB).

Den Heimweg möchte ich im Ruhrtal verbringen, also fahre ich von der Syburg hinunter zum Hengsteysee. Von dort aus bleibe ich auf dem Ruhrtalradweg, der mich bis nach Wetter bringt. Um mir meine Rennradreifen nicht ein paar Kilometer weiter, wo der Ruhrtalradweg nicht mehr asphaltiert ist, zu ruinieren, wechsle ich in Wengern auf die Straße. Hier fühlt sich mein flottes Ross sowieso wohler! Ich durchquere Witten und biege in Heven ab in Richtung Langendreer. Bei einer letzten kurzen Pause sitze ich auf sonnengewärmtem Asphalt und lasse die tolle Tour noch einmal Revue passieren. Um mich herum zwitschern die Vögel, ich spüre ich mein Herz pochen und die Beine ein wenig schmerzen - und bin tatsächlich vollkommen ausgeglichen. Zuhause komplettieren dann ein heißes Bad und eine mit geradezu abstrusen Mengen an Käse vergoldete Pizza diesen perfekten Tag. Die Akkus sind wieder randvoll, die neue Woche kann kommen!