Bochum-Langendreer - Witten-Zentrum - Witten-Hohenstein - Auf dem Schnee (Witten/Herdecke) - Rheinischer Esel - Bochum-Langendreer (31,4km, Ø 18,9km/h, Route bei GPSies.com)

2013-03-18_1.jpgAuf dem Wittener Hohenstein war ich ja lange nicht mehr. Und dann ein freier Tag! Und Sonnenschein! Nach dem langen, düsteren Winter sind ihre Strahlen die reinste Wonne, auch wenn es mit etwa zehn Grad noch kein echter Frühling ist. Aber wer will denn meckern, ab aufs Rad!
Da ich nun - Ende März! - überhaupt das erste Mal wieder auf dem Rad sitze, muss ich selbiges erst einmal wieder aus dem Winterschlaf wecken. Das beginnt schon zuhause mit frischem Schmiermittel für die Kette und endet erst an der Tankstelle, wo ich die Reifen und den Lautgeber wieder auf anständigen Betriebsdruck bringe.
Dann stürze ich mich wagemutig ins Wittener Baustellen- und Innenstadtgewühl, um auf schnellstem Weg zum Hohenstein zu gelangen. Dort hinauf steht der erste knackige Anstieg des Jahres an, und mir wird ganz schnell bewusst, wie wabbelig meine Waden tatsächlich noch sind. Auch konditionell bin ich noch weit vom Standard entfernt und muss zwischendurch sogar pausieren. Das furchtbar schlechte Kopfsteinpflaster macht die Sache nicht besser, das wird hier wohl noch in hundert Jahren die Radfahrer stressen.
Keuchend oben angekommen, genieße ich erst einmal den wunderbaren Blick übers sonnendurchflutete Ruhrtal. Kinder, ist das eine Wonne! Ganz nebenbei habe ich so wenigstens einen Grund für ein paar Minuten Pause, um den Puls wieder in gesunde Bereiche zu bekommen.

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Sonniger Panoramablick vom Wittener Hohenstein; unten rechts das Wasserkraftwerk Witten. Aufs Bild klicken für volle Größe (2043 × 800 Pixel / 533 KB).
2013-03-18_2.jpgDann sticht mich ein wenig der Hafer: Obwohl meine Waden eigentlich schon nachhause wollen, tippe ich “Herdecke” ins GPS-Helferlein. Ich bin ja nun schon oben auf dem Berg, und so sollte es doch eigentlich gut klappen, auf dem Kamm den Schnee zu erreichen. Der Schnee ist ein langgezogener Bergrücken, den man vom Norden her vom Rheinischen Esel aus erreicht. (Übrigens den Hülsenberg hinauf, der mich mit seinen 17% Steigung schon so manchen Fluch gekostet hat.) Südlich des Schnees liegt Herdecke im Tal, und ein paar Hügel weiter ist man an der Ruhr. In Summe bilden all diese Berge und Hügel das westliche Ende des Ardeygebirges.

Sklavisch meinem GPS-Navi folgend, lerne ich dann auch, warum es Ardeygebirge heißt - und kämpfe mich einige knackige Anstiege hinauf. Die, das muss ich natürlich gestehen, mit ein wenig mehr Training in den Beinen vielleicht gar nicht mehr sooo knackig sind.
2013-03-18_3.jpgDie zu dieser Zeit ausnahmsweise mal nicht so stark befahrene Ardeystraße bringt mich hinauf auf den Schnee, und ich überlege kurz, auf der anderen Seite nach Herdecke hinunterzuschießen. Aber das würde meine Runde deutlich verlängern - ich habe aber noch einen Termin zu erreichen und entschließe mich deswegen für die kürzere Variante.
Ich bleibe oben auf dem Schnee und genieße den tollen Blick ins Land, der sich nach links und rechts bietet. Dann lasse ich mich den Hülsenberg hinab zum Rheinischen Esel rollen, so bekommen die Bremsen auch noch ordentlich zu tun. Dem Esel folge ich so entspannt, wie das meinen Beinen noch möglich ist, quer durch Witten bis nach Bochum zurück.
Eine anstrengende, aber wunderschöne Tour - nun kann ich mich gelassen dem anstehenden Termin widmen.

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