Osterspaziergang auf Asphalt

Bochum-Langendreer – BO-Zentrum – BO-Stiepel – Kemnader See – BO-Langendreer (31 km, Ø 26 km/h, als GPX herunterladen)

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Radweg Unterstraße: Hier bin ich Fahrradfahrer, hier darf ich’s sein

Der Karfreitag geizt mit Sonne, der Himmel ist zugehangen und ein wenig trostlos. Nicht allzu viel zu erspähen von des Frühlings holdem, belebendem Blick! Allerdings versprechen sämtliche befragten Wetterfrösche einhellig, dass es trocken bleiben soll, also wage ich es und starte zu meinem ganz eigenen Osterspaziergang – auf Asphalt.
In Sorge, es könnte doch noch zu regnen beginnen, entscheide ich mich für eine Innenstadt-Runde: Sollte von oben Nasses auf die grünende Flur fallen, könnte ich so jederzeit und überall die nächste Bus- oder Straßenbahnhaltestelle ansteuern und öffentlich nachhause nahverkehren.

Auf dem Weg in die Stadt freue ich mich immer wieder über den sanierten Radweg an der Unterstraße: Endlich hat das zermürbende Diagonalplatten-Gerumpel ein Ende! Das war so unangenehm, dass ich auf dem Rennrad trotz der Benutzungspflicht lieber auf der Straße quetschende Enge ausgewichen bin. Nun liegt hier herrlich ebener Asphalt, auf dem auch mit ganz viel Reifendruck wunderbar zu radeln ist.

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Bochum (Symbolbild): An Blumen fehlt’s im Revier

Offenbar haben die Menschen heute anderes vor als im Auto zu sitzen, und so stresst mich die Wittener Straße bei weitem nicht so sehr wie üblich. Auch auf dem Innenstadtring ist nur mäßig Verkehr, und ich kann ganz entspannt meinen eigenen Stiefel fahren. Die Königsallee hinaus kurble ich ziemlich flott in rauhe Stiepeler Berge hinauf, von wo aus ich mir dann eine verwegene Schussfahrt zum Kemnader See hinab gönne. Aber alles noch im Rahmen, es ist immer noch deutlich zu früh im Jahr für die Jagd nach irgendwelchen Highscores. Am See gehe ich es dann sowieso noch deutlich entspannter an, es ist ein buntes Gewimmel geputzter Menschen unterwegs, die ich ja auch nicht unnötig stressen will.

Über die Kleinherbeder Straße fahre ich dann zurück nach Langendreer – und muss feststellen, dass ich vielleicht doch ein wenig zu flott unterwegs war, auf den letzten Kilometern gehen mir nämlich ziemlich unbarmherzig die Körner aus. Trotzdem steht am Ende ein respektabler 26er Schnitt auf dem Tacho, da grünet für den Rest der Saison Hoffnungsglück!

Wochenend und Sonnenschein

Bochum-Langendreer – Witten – Hiddinghausen – Silschede – Wetter – Witten – BO-Langendreer (35 km, Ø 26 km/h, als GPX herunterladen)

Ganz schön frisch pustet der Wind, aber die Sonne scheint vom blauen Himmel und weckt Land und Leute. Der Frühling klopft an! Auch ich kann seinem Ruf nicht widerstehen und starte zu einem flotten Anderthalbstünder in die Sprockhöveler Berge. Das wird zu einer kleinen Landstraßenherrlichkeit, die, manchmal etwas vom Wind zerzaust, wirklich schöne Asphaltkilometer aufs Jahreskonto zaubert. Da freut sich der zweirädrige Renngaul, und meine Waden gleich mit.
Ich hatte vorher noch kurz überlegt, die Zeit lieber für zu erledigenden Computerkram zu nutzen – und bin hinterher froh, mich dagegen entschieden zu haben.

Saisonauftakt: Natürlich Herdecke

Bochum-Langendreer – Witten – Herdecke-Kirchende – Schnee – Witten – BO-Langendreer (27 km)

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Gravelbike-Parcours Endertalstraße

Endlich spielen freie Zeit und Wetter mal zusammen, es ist ja auch schon Ende Februar! Seit meiner Silvesterrunde saß ich nicht mehr auf dem Rad, der ratzeputze-blaue Himmel läutet heute also nichts weniger als meine Saisoneröffnung ein. Der Hafer sticht mich schon ein bisschen, also gebe ich dem Renner frischen Reifendruck und starte auf meine geliebte Herdecke-Runde. Heute mal gegen den Uhrzeigersinn, damit es nicht langweilig wird!

Ich bin bei dem großartigen Wetter natürlich nicht der einzige, der sein Rad gesattelt hat; überall treffe ich auf den Straßen Rennradler solo und im Pulk, und abseits des Asphalts verschwinden die grobstollig Bereiften in den Wald, um aufregende Meter auf Wegen und Abfahrten zu machen. Natürlich sind auch zahlreiche Motorräder sämtlicher Bauarten unterwegs. Es wird Frühling, und daran werden sich die Autofahrer, die die Straßen im nasskalten Schmuddelwinter weitgehend für sich hatten, nun erst einmal wieder gewöhnen müssen.

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Recht ungewöhnliches Nutzvieh in Herdecke

Zu meiner Freude sind alle Zwei- und Vierradler sehr entspannt unterwegs und lassen sich gegenseitig den nötigen Platz. Das trägt immer viel zu meiner Radelfreude bei und ist überhaupt die Basis dafür, dass so etwas wie ein Flow auf dem Rad entstehen kann. Von derartigen Radelgenüssen bin ich aber natürlich noch weit entfernt, die Beine sind einfach noch zu schlabberig vom Winter. Aber der Grundstein für die großen Velo-Abenteuer des neuen Jahres ist mit dieser Tour gelegt, und wer weiß: Vielleicht passen Wetter und freie Zeit ja mal wieder so wunderbar wie heute!

Herdecke zum Jahresabschluss

Bochum-Langendreer – Witten – Rheinischer Esel – Dortmund-Löttringhausen – Dortmund-Schnee – Herdecke-Kirchende – Wetter – Ruhrtalradweg – Witten – BO-Langendreer (35 km)

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Rheinischer Esel, Brücke über die Pferdebachstraße: Die Pylonen stehen schon (links hinten), drüberfahren geht aber noch nicht.

Petrussens Einladung zu einer Silvester-Runde – 13 Grad und Sonnenschein! – kann ich einfach nicht ausschlagen. Auf gehts also zum Rheinischen Esel, der bald auch wieder durchgängig befahrbar sein wird: Der Rohbau der Brücke über die Pferdebachstraße steht! Bis die Bauarbeiten endgültig abgeschlossen sind, muss man aber noch mit der Umleitung über die vielbefahrene Ardeystraße leben.
Den Esel fahre ich bis zu seinem Ende in Dortmund-Löttringhausen, von wo aus mich die Blickstraße auf den Schnee hinauf bringt. Das ist mit dem Anhänger am Haken ein echter Sport! Das schöne Wetter erlaubt oben einen tollen Blick in alle Richtungen, und auch die angenehmen (wenngleich überhaupt nicht zur Jahreszeit passenden) Temperaturen lassen mich schon sehnsüchtig auf den Frühling schielen, wenn alles wieder warm und grün ist.
Ich schieße auf der Südseite des Schnees nach Kirchende hinein, und von dort aus nicht minder flott das Endertal hinab zur Ruhr. Sehr zupass kommt mir dabei die Um- und Vorsicht der Autofahrer, die offenbar nicht so recht wissen, was sie von einem Fahrradanhänger mit buntem Wimpelchen dran halten sollen, der mit vierzig Stundenkilometern zu Tale jagt :) Jedenfalls überholen sie wirklich nur dort, wo es auch sinnvoll möglich ist, und halten dabei einen beruhigenden Seitenabstand ein.
In Wetter überquere ich die Ruhr und radele auf dem Ruhrtalradweg zurück gen Witten. Leider hat Petrus sein Pulver inzwischen verschossen, über mich zieht eine dunkle Wolkenfront hinweg. Die hat dummerweise auch Regen dabei, und so wird es auf die letzten Kilometer tatsächlich noch einmal ungemütlich. Nützt nix, ich muss ja zumindest noch nachhause kommen! Dort gibts dann die obligatorische heiße Dusche und die nicht minder obligatorischen Silvester-Berliner.

Die Bücher für das Jahr 2021 schließen mit 528 Kilometern auf dem Mounti und äußerst erfreulichen 760 auf dem Renner. Macht in Summe 1288 Kilometer, nicht schlecht dafür, dass ich nie Zeit zum Fahrradfahren finde – und auch noch einmal eine Steigerung zu 2020, als der Renner vollkommen unangetastet blieb.

Einsauen auf Asphalt: Halde Hoheward mal kalt und nass

Bochum-Langendreer – Bochum-Zentrum – Jahrhunderthalle – Erzbahntrasse bis zum Rhein-Herne-Kanal – Zeche Ewald – Halde Hoheward – auf selbem Weg retour (60 km, Ø 25 km/h, als GPX herunterladen)

Einmal Auspowern zum Mitnehmen bitte!
Auf schmalen Reifen hetze ich in die Bochumer Innenstadt und von dort aus über die Erzbahntrasse nach Norden zum Rhein-Herne-Kanal. Dort trohnt die Halde Hoheward, deren Gipfelplateau etwas mehr als einhundert Meter aus der Landschaft emporragt. Hier war ich schon zwei Mal, aber eben noch nicht mit dem Renner. Das steht schon eine ganze Weile auf meiner Liste! Das heutige Usselwetter mit Regen und nassem Geläuf hatte ich aber nicht bestellt, also bloß schnell hochgeschnauft, ein paar Bilder geschossen und dann ratzfatz wieder runter.

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Blick von der Halde Hoheward übers Ruhrgebiet – oder das, was das Wetter davon übrig lässt.

Die Füßlinge tun einen großartigen Dienst am Fuß, und so komme ich trockenen selbigens wieder unten an der Erzbahntrasse an. Die steigt in Richtung Bochum leider subtil an, und so erreiche ich längst nicht mehr die Geschwindigkeiten der Hinfahrt. Und so langsam gehen mir auch die Körner aus, also beiße ich und rette mich kaputt, aber sehr zufrieden nachhause: Diese Touren, auf die ich zugunsten der warmen Couch eigentlich lieber verzichtet hätte und sie dann trotzdem gefahren bin, haben einen nicht kleinen Teil der diesjährigen Gesamtkilometer ausgemacht. Heute wars noch dazu ein echtes Schietwetter, sportlich recht anstrengend und touristisch wenig wertvoll, aber ich bin trotzdem losgefahren – mit diesem großartigen Gefühl werfe ich die räudig vollgesauten Klamotten in die Waschmaschine und stelle mich unter die heiße Dusche.