Home, sweet home II - Sächsische Schweiz

Dresden-Weixdorf - DD-Zentrum - Elberadweg über Pirna bis Rathen
Bastei - Lohmen - Pirna
DD-Klotzsche - DD-Weixdorf
(65,0km, Ø 30,0km/h)

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Diese Perspektive ist fast schon eine Familientradition.

Mein Bruder Arild hatte Wind davon bekommen, daß ich im Lande war und mein Rad dabei hatte, und lud mich zu einer Runde in die Sächsische Schweiz ein. Eigentlich hatte ich mir einen trainingsfreien Tag vorgenommen, aber wenn er schonmal fragt…
Wir schossen ins Dresdner Stadtzentrum hinein und bogen auf den (meist gut asphaltierten) Elberadweg ab. Dem folgten wir unter dem Blauen Wunder hindurch bis Pirna, wo wir die Elbseite wechselten und im einfach überwältigenden Elbtal über Wehlen nach Rathen fuhren.
Oberhalb von Rathen thront die Bastei, die Touristenattraktion der Sächsischen Schweiz. Genau die wollten wir bereisen, allerdings führt kein direkter radelbarer Weg hinauf - und für die ungleich weitere Anfahrt “von hinten” fehlte mir inzwischen die Zeit, abends stand noch ein Termin an. Also schulterten wir die Bikes und marschierten aus dem Amselgrund fast 200 Höhenmeter treppauf. “‘Radwandern’ in ganz neuer Bedeutung”, um mal den besten der meist eher flachen Kommentare entgegenkommender Wanderer zu zitieren.
Oben auf der Bastei angekommen, schossen wir dann noch das obligatorische “Fahrrad-vor-Elbpanorama”-Bild (s. rechts), um dann in Windeseile über Lohmen wieder hinunter nach Pirna zu jagen. Da hatte der gute Arild seine liebe Not, Rennradgeschwindigkeit zu halten - durfte dafür aber meinen Windschatten nutzen.
Auf dem Pirnaer Bahnhof sprang ich in die eben einfahrende S-Bahn, die mich zum Dresdner Hauptbahnhof brachte; dort Umstieg in den herrlich überfüllten Regionalexpress (jetzt weiß ich auch, was “Fahrradmitnahme begrenzt möglich” bedeutet), und schon war ich in Dresden-Klotzsche. Von dort aus spurtete ich, den einzuhaltenden Termin im Auge, dem “Basislager” in Weixdorf entgegen, wie es die Beine noch hergaben.

Home, sweet home I - Dresden

Dresden: Weixdorf - Stauffenbergallee - Bühlau - Blaues Wunder - Zentrum - Radebeul - Boxdorf - Moritzburg - Bärnsdorf - Weixdorf (60,1km, Ø 27,9km/h)

Bestes Wetter, tolle Runde, genug Körner in den Waden - und dann auch noch in Dresden, der Stadt der Städte! Deswegen spare ich mir die Worte - diesmal gibts nur Bilder:

4. Chemnitzer 24-Stunden-Radeln

Chemnitz: Talsperre Euba - Weißer Weg - Euba - Niederwiesa - Alte Bierstraße - Euba - Talsperre Euba (6 Runden: 83,3km, Ø 24,0km/h)

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Mal was anderes beim 24SR: Wii zocken :)

Seit dem Regenabbruch des 24-Stunden-Radelns 2009 freute ich mich auf die diesjährige Neuauflage; stellt dieser Tag doch seit inzwischen vier Jahren meinen ganz persönlichen Höhepunkt der Radelsaison dar.
Ich hatte ein paar Tage zuvor noch mit Fieber zu kämpfen, was ich so aber einfach nicht akzeptieren konnte. Mit viel Willen und Wadenwickel von Frauchen ging es mir wieder recht gut, und so klappte es mit der Fahrt nach Chemnitz; ich konnte am Vortag sogar noch eine kleine Runde durchs Erzgebirge drehen, siehe unten.
Fürs 24-Stunden-Radeln hatten sich fast dreißig Leute angemeldet - tatsächlich erschienen waren dann nur neun. Zumindest war das Wetter toll, die Sonne schien, und alles sah nach einem wundervollen Tag im Sattel aus. Leicht verspätet starteten gemeinsam wir zur Einführungsrunde, damit auch die Neulinge erstmal in Ruhe die Strecke kennenlernen konnten. Danach spurteten die Sportler mit Volldampf in die zweite Runde, während ich mich zu Ludi gesellte und mit ihm ein paar eher gemütliche Plausch-Runden drehte.

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Auch nicht schlecht: WLAN!

Irgendwann hatte ich Lust, die Beine mal ein wenig zu fordern, und brach allein zu drei schnellen Runden am Stück auf. Erstaunlicherweise ging es mir dabei blendend, von den leichten Problemen der letzten Tage war kaum noch etwas zu spüren. Ich fühlte mich gut und hätte vielleicht sogar noch eine vierte schnelle Runde drangehängt, wenn, ja wenn es nicht zu regnen begonnen hätte. Schon ziemlich durchnäßt erreichte ich das Basislager, wechselte in trockene Klamotten und machte erst einmal eine ausgiebige Pause im Auto. Auch die anderen Radler kamen nach und nach an und taten es mir gleich. Solange es regnete, bot zumindest die im triff-chemnitz.de-Bus installierte Wii ein wenig Abwechslung.
Mit dem Regen kam auch der Wind, und es wurde empfindlich kühl - und die ersten Radler verließen uns gen Heimat. Irgendwann war auch der TC-Bus weg (die Buben hatten ja auch noch was anderes zu tun), und plötzlich waren wir nur noch zu viert. Das war alles andere als motivierend, und obwohl der Regen aufgehört hatte, sah der Himmel nach weiteren Schauern aus. Der Gesundheit zuliebe entschieden wir uns schweren Herzens für den Abbruch - das zweite Mal nach 2009.
Enttäuscht fuhr ich zurück zur Verwandtschaft ins Erzgebirge; so unrühmlich hatte ich mir das nicht vorgestellt. Sportlich habe ich mein Ziel von 200 Kilometern mehr als verfehlt, was sich natürlich auch auf die Moral auswirkte. Mit dem unschönen Gefühl “viel Aufwand für nix” gings später auf den langen Heimweg zurück nach Bochum.
Mal sehen, ob es eine Wiederholung gibt - und wie das Wetter dann ist.

Bilder mit freundlicher Genehmigung von triff-chemnitz.de

Erzgebirgsründchen

Großolbersdorf - Scharfenstein - Wilischthal - Thum - Venusberg - Drebach - Scharfenstein - Großolbersdorf (33,4km, Ø 26,9km/h; Route bei Google Maps)

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2010-06-11_2.jpgAm Vorabend des Chemnitzer 24-Stunden-Radelns war ich bereits im Erzgebirge und wollte das tolle Wetter für eine kleine Runde nutzen. Noch zwei Tage zuvor plagte mich Fieber nahe der 39, von dem ich mich noch nicht ganz erholt hatte, und so ließ ich es geschmeidig angehen. Aber was ist schon “geschmeidig”, wenn man sich von Scharfenstein aus dem Zschopautal hinaus nach Großolbersdorf kämpfen muß!
Zunächst konnte ich diesen Schuß aber noch bergab genießen - ein gesundes Vertrauen in die Bremsen ist dort unbedingte Voraussetzung. Entlang der Zschopau fuhr ich bis Wilischthal (eine Genußstrecke!), wo ich links in Richtung Thum abbog. Schnell auf beiden Seiten des Waldes bei der Verwandtschaft auf einen Plausch angehalten (und das Rad bestaunen lassen), und schon machte ich mich wieder auf dem Heimweg. Es dämmerte schließlich schon, und ich hatte außer einem kleinen Batterierücklicht nichts an Beleuchtung dabei.
Mit einem kleinen Umweg über Venusberg und Drebach (dazwischen lauert auch schon ein kleiner Stich, siehe Bild oben) kam ich wieder in Scharfenstein an, wo die eingangs erwähnte Wand nach Großolbersdorf hinauf wartete. Runterschalten, geschmeidig machen…so gings dann auch recht gut.
Um meine gerade erst wiederaufkeimende Fitness nicht gleich wieder kaputtzumachen, beließ ich es bei dieser recht kurzen Runde. Landschaftlich und vom Wetter her hätte da viel mehr gepaßt, aber ich wollte noch mit vollen Reserven beim 24-Stunden-Radeln antreten.

Pinky, der Kinder-Express

Dresden-Weixdorf - Langebrück - Klotzsche - Hellerau - Boxdorf - Reichenberg - Moritzburg - Bärnsdorf - Weixdorf (~36km)

2010-04-04_1.jpgSo lecker der Osterschmaus bei der Familie auch war, so rund und träge machte er aber auch; das Angebot meiner per Fahrrad angereisten Brüder zu einer Radtour rund um den Dresdner Flughafen nahm ich also dankend an. Ich durfte mit “Pinky” fahren (einem Rad, das seinem Namen optisch wirklich alle Ehre macht) und bekam als Bonus noch den Kindertransporter angehängt. Bergab drückt er ja noch schön, aber bergauf…
Von Weixdorf aus ging es übers Feld nach Langebrück, um von dort aus in der alten Heimat Klotzsche vorbeizuschauen. Wie sich dort alles verändert hat! Dann weiter nach Boxdorf und von dort aus über Reichenberg die lange Gerade nach Moritzburg gespurt, wo wir (zur Freude der Kids) sogar noch auf einen dampflokbespannten Zug der Lößnitzgrundbahn trafen.
Am berühmten (aber leider gerade eingerüsteten) Schloß Moritzburg und dem Wildgehege vorbei fuhren wir gen Nordosten, um kurz vor Berbisdorf in Richtung Bärnsdorf abzubiegen. Kurze Pause, um einen platten Reifen zu reparieren, und schon gings an Marsdorf vorbei zurück in Richtung Weixdorf.

“Pinky”, im echten Leben das Rad meines Bruders, sieht zwar arg gewöhnungsbedürftig aus, macht aber richtig Spaß - auch wenn die realen 36 Kilometer sich aufgrund des Anhängers eher wie 70 anfühlten. Tolles Training, schöne Runde in der Heimat, zufriedene Passagiere - was will man mehr?