Wochenend und Sonnenschein

Bochum-Langendreer – Witten – Hiddinghausen – Silschede – Wetter – Witten – BO-Langendreer (35 km, Ø 26 km/h, als GPX herunterladen)

Ganz schön frisch pustet der Wind, aber die Sonne scheint vom blauen Himmel und weckt Land und Leute. Der Frühling klopft an! Auch ich kann seinem Ruf nicht widerstehen und starte zu einem flotten Anderthalbstünder in die Sprockhöveler Berge. Das wird zu einer kleinen Landstraßenherrlichkeit, die, manchmal etwas vom Wind zerzaust, wirklich schöne Asphaltkilometer aufs Jahreskonto zaubert. Da freut sich der zweirädrige Renngaul, und meine Waden gleich mit.
Ich hatte vorher noch kurz überlegt, die Zeit lieber für zu erledigenden Computerkram zu nutzen – und bin hinterher froh, mich dagegen entschieden zu haben.

Sprockhövel: Eine kleine Landstraßen-Herrlichkeit (Teil II)

Bochum-Langendreer – Witten-Herbede – Hattingen – Sprockhövel – Silschede – Wetter – Witten – BO-Langendreer (47 km, Ø 26,4 km/h, als GPX herunterladen)

Weil die Renner-Tour nach Sprockhövel im Juli so schön war, beschließe ich, meinen heutigen Zweistünder erneut auf dieser Route abzureißen. Als kleinen Bonus füge ich diesmal aber noch den Umweg über Hattingen hinzu. Das Wetter dazu ist recht okay: Die Straßen sind trocken, und es soll auch nicht regnen, aber sieben Grad hauen mich nicht wirklich aus den Socken. Das müssen die Klamotten richten, im Sinne warmer Füße schnalle ich mir heute auch die Füßlinge an. Und dann ists auch wirklich gut auszuhalten.

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Die pure Freshness in Silschede

Der sonntägliche Verkehr ist überschaubar, und ich komme bei Geschwindigkeiten um die dreißig Stundenkilometer in einen angenehmen Landstraßen-Flow. Das macht auf dieser Route echt Spaß: Die Straßen sind in sehr gutem Zustand, ich kann einfach kurbeln und muss mich nur selten mit Stoppschildern oder Ampeln plagen. Wermutstropfen sind die diejenigen Autofahrer, die (bewusst? unbewusst?) recht knapp überholen. Das passiert nicht fürchterlich oft, aber auf der gesamten Tour doch immer mal wieder. Dieses permanente subtile Stresslevel trübt ein ganz klein wenig die Rennradfreude. Die außer mir übrigens auffallend viele andere Pedalisten erleben wollen, ich treffe nicht wenige andere Rennradler. “Hallo, du auch unterwegs, schönes Rad, hab eine angenehme Fahrt!”, das alles ist mit einem kurzen Fingerzeig oder einem freundlichen Nicken ohne Worte gesagt. Ich mag das sehr, auch das macht heutige Runde sehr angenehm.

Nach einem anderthalbstündigen und durchaus sportlichen Landstraßen-Dauerlauf, bergauf, bergab und ohne Pause, merke ich dann in Wetter, wie die Körner in den Beinen schwinden. Und, was noch viel unangenehmer ist: Auch meine Konzentration lässt deutlich nach. Also nehme ich nochmal alle Sinne zusammen und pedaliere, was die Oberschenkel noch hergeben, durch Witten nachhause. Dort wartet die heiße Dusche – das war eine wunderbare Landstraßen-Tour!

Gruß und Kuss

Herzliche Grüße gehen an dieser Stelle noch raus an den Audi-Fahrer, der es für normal erachtete, bei Landstraßengeschwindigkeit mit einem halben Meter Abstand an mir vorbeizuknallen – sich dann aber wie eine Mimose davon getriggert fühlte, dass ich zum Thema Überholabstand auch eine Meinung habe.
Damit qualifiziert er sich als weiterer Proband für meine verkehrspsychologische Langzeitstudie: Es muss doch herauszufinden sein, ob diesem widerwärtig-bigotten Verhalten komplexe zerebrale Dysfunktionen zugrunde liegen – oder doch nur eine schnöde erektile.

Sprockhövel: Eine kleine Landstraßen-Herrlichkeit

Bochum-Langendreer – Witten-Herbede – Hammertal – Sprockhövel – Silschede – Grundschötte – Wengern – Witten – BO-Langendreer (42 km, als GPX herunterladen)

Weils beim letzten Mal so schön war mit dem Renner, gönne ich mir gleich noch einen Nachschlag. Diesmal aber mit noch mehr Landstraße: Auf nach Sprockhövel!

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Sprockhövel und A 43 gehören irgendwie immer zusammen

Gewohnt selbstbewusst flitze ich durch Witten – zeigt man den Autofahrern deutlich, dass man da ist, kommen sie auch viel seltener auf dumme (Überhol-) Ideen. In Herbede biege ich links ab ins Hammertal, das mich (anfangs auf etwas rumpelig geflickten Belag) hinauf nach Sprockhövel bringt. Auf dieser Route ist die Autobahn 43, die nach Süden aus dem Ruhrgebiet herausführt, allgegenwärtig, mehrfach kreuze ich ihren Weg.

Ab Sprockhövel bleibe ich auf der B 234, das macht das Navigieren einfach. Allerdings muss man natürlich damit leben, dass man recht flott überholt wird, aber die allermeisten Autofahrer machen das mit erfreulich großem Seitenabstand. Das mindert meinen Stress ungemein, und so kann ich ganz entspanntes Landstraßenradeln genießen. Keine roten Ampeln wie in der Stadt, keine Poller und Drängelgitter wie auf vielen Radwegen: Hier ist Rennrad-Paradies, hier kann man wunderbar den Kopf aus- und die Beine anschalten.

Nach einigen sehr erquicklichen Kilometern “oben auf dem Berg” jage ich dann durch Grundschötte hinab nach Wetter. Der Linksabbieger vom Supermarkt-Parkplatz lässt dabei noch einmal kurz meinen Puls in kritische Höhen schnellen, weil ich ihm regelrecht dabei zusehen kann, wie er nicht in meine Richtung schaut. Am Mounti habe ich für solche Situationen ja die Airzound, aber wie mache ich das auf dem Renner? Ein kurzes, aber maximallautes “ACHTUNG!!” reicht dann zum Glück, das wäre sonst vielleicht noch eine knappe Kiste geworden. Nix passiert, weiter gehts! Wie vor zwei Tagen ein kurzer Blick auf den Tacho: Stand da gerade tatsächlich 72,8 km/h? :) Jetzt aber fix den Anker geworfen, unten in Wetter lauern tückische Kurven!

Links der Ruhr fahre ich dann über Bommern nach Witten, wühle mich dort einmal durchs Gewusel und komme mit sportlichem 27er Schnitt wieder zuhause an. Das war mal eine knackige Renner-Tour!

Endlich wieder Sprockhövel

Bochum-Langendreer - Kemnader See - Hammertal - (Nieder-) Sprockhövel - Elbschebachtal - Wengern - Ruhrtalradweg bis zum Kemnader See - BO-Langendreer (48,2km, Ø 20,5km/h; als GPX herunterladen)

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Kleine Verschnaufpause im Hammertal

Ins Märkisch-Bergische Land rund um Sprockhövel wollte ich schon lange mal wieder, bin aber einfach nicht dazu gekommen. Mit dieser Gegend verbinde ich schöne Erinnerungen, genoss ich dort doch 2012 eine wunderbare Rennrad-Ausfahrt.
Da ich dieses Mal aber nicht nur Asphaltkilometer abspulen, sondern durchaus auch ein wenig ins Blaue hinein neue Wege erforschen wollte, entschied ich mich fürs Mounti und fütterte mein GPS-Helferlein mit einer rasch bei den GPSies zusammen­geklickten Route. Dabei baute ich auch ein paar Schlenker über kleine Straßen und Wege ein, um möglichst viel Neues zu entdecken.

Vom Kemnader See aus nahm ich das Hammertal hinauf in Angriff. Da sammelt man durchaus ein paar Höhenmeter, aber wenn man nicht auf Teufelkommraus Sport machen will, lässt es sich sehr entspannt fahren. Die Entscheidung, dem Navi die Routenplanung zu überlassen, erwies sich als die richtige: Schon in Niedersprockhövel wuselte ich das erste Mal über kleine Waldwege und Sträßchen. Genau das hatte ich eigentlich vor: Auch mal abseits der großen Straßen und ausgeschilderten Radrouten unterwegs sein, ohne selbst nach dem Weg suchen zu müssen.

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Pause im Elbschetal - die alte Bahntrasse ist deutlich zu erkennen.

Nach der letzten Querung der A43 fiel ich dann auf eine kleine Gemeinheit des örtlichen Tiefbauamts herein: Der Waldweg, auf den ich eigentlich abbiegen wollte, “versteckt” sich hinter einer durchgehenden Leitplanke! Prompt fuhr ich ein paar Meter weiter in die Zufahrt zur Ibachsmühle - wo mich eine Anwohnerin aber freundlich auf meinen Fauxpas hinwies. Wer weiß, wie lange ich sonst die richtige Route gesucht hätte… Also das Rad über die Leitplanke gehoben und ab in den Wald. Auf einem sehr, sehr schmalen Weg - nichts für Trikes, Anhänger oder andere Mehrspur-Radler. Solo fand ich das aber sehr amüsant. Mal was anderes als immer nur auf Asphalt, und solange das Navi sagt, dass es auch nach der nächsten Ecke noch weitergeht…
Dann bog ich auf die Radroute EN 11 ab, der mich im Tal der Elbsche nach Wengern hinunter brachte. Immer in Sichtweite: Die Trasse der auf diesem Abschnitt längst stillgelegten Elbschetalbahn, die eigentlich nur darauf wartet, zum Radweg zu werden.
Planungen dafür gibt es tatsächlich, aber wann es wirklich so weit ist…

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Der Kemnader See im leichten Dunst

Nachdem ich die historische Altstadt von Wengern durchquert hatte, befand ich mich auf dem Ruhrtalradweg, dem ich dann bis zum Kemnader See folgte. Kurz voher hatte ich noch ein kleines Déjà-vu: Wie jedes Jahr sorgte der Drachenboot-Cup des Wittener Kanu-Clubs für eine faktische Vollsperrung des Ruhrtalradwegs. Während im Jahr 2011 aber frustrierenderweise keinerlei Ausweichroute erkennbar war und ich mich mit Trailer am Haken durch die Menschenmassen quälen musste, hat der KCW diesmal auch an die Radler gedacht und deutlich eine Umleitung ausgeschildert. Vielleicht haben sich damals außer mir ja noch ein, zwei andere beschwert ;)
Der Pommes-Wagen am Kemnader See kam mir dann noch gerade recht für eine entspannte letzte Pause, bevor ich mich endgültig auf den Heimweg machte. Eine wunderbare Tour!

Symphonie für Rennrad in C-Dur

Bochum-Langendreer - Lottental - BO-Wiemelhausen - Hammertal - Sprockhövel - Hiddinghausen - Witten - BO-Langendreer (43,0km, Ø 26,0km/h; Route bei GPSies.com)

2012-01-11_1.jpgHatten die nicht Regen angesagt? Schnell ein paar Webcams gecheckt: Nein, gen Nordwesten ists bis nach Holland rein überall trocken, und von dort kommt schließlich das Wetter. Kann ich mich also mal wieder etwas weiter von zuhause wegtrauen!

Ich hatte mir das Lottental ausgekuckt, da war ich lange nicht. Dann nach Stiepel hoch und vielleicht irgendwie nochmal durch Hattingen, das war der grobe Plan. Bis Stiepel hielt ich mich auch dran: Schön konstant das Lottental hinauf, mit einem kleinen Schlenker durch Wiemelhausener Siedlungen bis auf den Kamm nach Stiepel und von dort volles Rohr wieder hinunter zur Ruhr - die Tour ging gut los. Am Haus Kemnade stand ich dann an der Kreuzung (Google Maps): Links nach Witten abbiegen? Nee, da bin ich zu schnell wieder daheim. Rechts weg und über Blankenstein nach Hattingen? Doof, da hinauf gibts keinen Radweg, und schön ists nicht, immer so knapp überholt zu werden. Also geradeaus ins Hammertal! Auf dem Wegweiser steht Sprockhövel - na, dort oben kenn ich mich doch aus. Auf gehts!

2012-01-11_2.jpgBis Osterhöfgen sammelt man schonmal ganz schön Höhenmeter, aber das Fahren ist an sich recht angenehm. Generell ist ziemlich wenig Verkehr, und die meisten Autofahrer lassen mich in Ruhe bergan schnaufen. Die Bedingungen sind für eine solche Bergetappe ziemlich gut: Nicht zu warm, trocken, kaum Wind. Nun können die Waden mal zeigen, was sie nach der Weihnachtspause noch können!
Die B51 - hier schon etwas mehr Verkehr - bringt mich nach Hiddinghausen, wo ich mich wieder bestens auskenne. Ganz in der Nähe führt die Tour “Von Ruhr zu Ruhr” auf der alten Kohlebahntrasse entlang, die ich aber diesmal meide - der Belag dort ist eher suboptimal mit dem Renner, ich bleibe lieber auf Asphalt. Und das lohnt sich: Die Fahrt über Bommerholz nach Witten hinein gerät zum wahren Hochgenuss. Keine Ampeln, kein Gegenwind, kaum Autos unterwegs, nur selten Schaltvorgänge nötig - einfach nur flott und mit konstanter Schlagzahl fahren, die Landschaft vorbeisausen sehen und die Nase in den Wind halten. Herrlich!
Durch Witten wusele ich noch fix bis heim und genieße eine schöne heiße Dusche. Was für eine wunderbare Ausfahrt!