Bochum-Langendreer – Witten-Herbede – Hattingen – Sprockhövel – Silschede – Wetter – Witten – BO-Langendreer (47 km, Ø 26,4 km/h, als GPX herunterladen)

Weil die Renner-Tour nach Sprockhövel im Juli so schön war, beschließe ich, meinen heutigen Zweistünder erneut auf dieser Route abzureißen. Als kleinen Bonus füge ich diesmal aber noch den Umweg über Hattingen hinzu. Das Wetter dazu ist recht okay: Die Straßen sind trocken, und es soll auch nicht regnen, aber sieben Grad hauen mich nicht wirklich aus den Socken. Das müssen die Klamotten richten, im Sinne warmer Füße schnalle ich mir heute auch die Füßlinge an. Und dann ists auch wirklich gut auszuhalten.

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Die pure Freshness in Silschede

Der sonntägliche Verkehr ist überschaubar, und ich komme bei Geschwindigkeiten um die dreißig Stundenkilometer in einen angenehmen Landstraßen-Flow. Das macht auf dieser Route echt Spaß: Die Straßen sind in sehr gutem Zustand, ich kann einfach kurbeln und muss mich nur selten mit Stoppschildern oder Ampeln plagen. Wermutstropfen sind die diejenigen Autofahrer, die (bewusst? unbewusst?) recht knapp überholen. Das passiert nicht fürchterlich oft, aber auf der gesamten Tour doch immer mal wieder. Dieses permanente subtile Stresslevel trübt ein ganz klein wenig die Rennradfreude. Die außer mir übrigens auffallend viele andere Pedalisten erleben wollen, ich treffe nicht wenige andere Rennradler. “Hallo, du auch unterwegs, schönes Rad, hab eine angenehme Fahrt!”, das alles ist mit einem kurzen Fingerzeig oder einem freundlichen Nicken ohne Worte gesagt. Ich mag das sehr, auch das macht heutige Runde sehr angenehm.

Nach einem anderthalbstündigen und durchaus sportlichen Landstraßen-Dauerlauf, bergauf, bergab und ohne Pause, merke ich dann in Wetter, wie die Körner in den Beinen schwinden. Und, was noch viel unangenehmer ist: Auch meine Konzentration lässt deutlich nach. Also nehme ich nochmal alle Sinne zusammen und pedaliere, was die Oberschenkel noch hergeben, durch Witten nachhause. Dort wartet die heiße Dusche – das war eine wunderbare Landstraßen-Tour!

Gruß und Kuss

Herzliche Grüße gehen an dieser Stelle noch raus an den Audi-Fahrer, der es für normal erachtete, bei Landstraßengeschwindigkeit mit einem halben Meter Abstand an mir vorbeizuknallen – sich dann aber wie eine Mimose davon getriggert fühlte, dass ich zum Thema Überholabstand auch eine Meinung habe.
Damit qualifiziert er sich als weiterer Proband für meine verkehrspsychologische Langzeitstudie: Es muss doch herauszufinden sein, ob diesem widerwärtig-bigotten Verhalten komplexe zerebrale Dysfunktionen zugrunde liegen – oder doch nur eine schnöde erektile.

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