Usedom: Ostsee-Küstenradweg von Zempin über Koserow und Ückeritz auf den Langen Berg bei Bansin & retour (38,8km, Ø 18,2km/h; Route bei GPSies.com)

Das nachmittägliche Koserow-Ründchen darf als kleine Späh-Tour verstanden werden. Eigentlich hatte ich nämlich schon länger auf dem Plan, mal wieder auf den Langen Berg bei Bansin zu fahren. Der erhebt sich immerhin 58 Meter über den Ostseestrand. Bereits 2011 hatte ich ihn schon bereist, damals allerdings von Ahlbeck aus, von Osten her.
Ohne irgendwelche spannenden Schleichwege zu suchen, hielt ich mich schlicht an die Route des Ostseeküsten-Radwegs. Spätestens, wenn es abends dunkel ist, habe ich nämlich keine Lust mehr auf Orientierungsfahrten. Und es würde spätestens auf dem Rückweg dunkel werden, also montierte ich den Scheinwerfer schonmal auf den Helm.

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Abendstimmung am Loddiner Kölpinsee. Aufs Bild klicken für volle Größe (1717 × 800 Pixel / 263 KB).

Die Fahrt war entspannt, wobei ich ohne Trailer auch mal wieder ein wenig mehr Tempo machen konnte. Musste mich aber ein wenig selbst bremsen, damit ich meine momentan recht spärlichen Körner nicht gleich alle verheize. Am Ückeritzer Campingplatz wurde meine selbstauferlegte, etwas enspanntere Fahrweise dann auch belohnt: Vielleicht hätte ich die beiden Hirsche am Waldrand sonst übersehen. So aber konnte ich verwundert beobachten, wie sie sich scheinbar ohne größere Scheu den Wohnwagen und Zelten näherten. Die Camper waren zu meiner noch größeren Verwunderung aber alles andere als überrascht ob der Huftiere Besuch. Im Gegenteil, sie saßen entspannt und scherzten. Auf Nachfrage erzählten sie mir, dass die Hirsche jeden Abend auf dem Damm am Zeltplatz entlang liefen (und dass es sonst nicht nur zwei Tiere wären, sondern erheblich mehr).


 
Offenbar hat sich da eine unausgesprochene Übereinkunft entwickelt: Die Hirsche posen ein wenig für Camperaugen und -kameras herum - und wissen im Gegenzug, wo sie verlässlich ein paar Häufchen Kartoffelschalen und Karotten finden. Symbiose nennt man das wohl :)
Irgendwann fiel mir aber auf, dass ich ja noch bis Bansin fahren wollte, und so ließ ich Hirsche und Camper hinter mir und spurte weiter gen Osten. Im Wald vor Bansin hörte ich dann ein “Pling” und freute mich noch, dass ich mir beim Überfahren eines Metallteils keinen Platten eingehandelt hatte. Dummerweise stellte ich dann beim Absteigen oben auf dem Langen Berg fest: Was da Pling gemacht hat, war eine der beiden Schauben gewesen, die die Klicker-Platte an meinem linken Schuh hielt. Nun, da sie fehlte, verdrehte ich beim Ausklicken immer gleich alles. Mëh.
Der Haustechniker des Hotels auf dem Langen Berg konnte mir dummerweise auch nicht helfen, also beschloss ich, die Klicker-Platte am Schuh in die richtige Position zu drehen, den Schuh auf der Pedale einzurasten - und dann bis zum Ziel nicht mehr auszuklinken. Also: Zügig und ohne Pause den Rückweg nach Zempin durchzuziehen. Das tat ich dann auch, verzichtete auf Foto-Stopps und spurte im Schein der Helmlampe durch den ansonsten stockfinsteren Wald zurück in Richtung meines Quartiers.

Dank geht an dieser Stelle übrigens an den Handwerkermeister Olaf Müller in Kölpinsee. Ich hatte im Vorbeifahren das Schild an seiner Einfahrt gesehen und spontan um Hilfe gebeten. Er hatte zwar letztenendes auch keine passende Schraube in seiner Sammlung, nahm sich aber gegen halb zehn am Sonntagabend die Zeit nachzuschauen. Danke!

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