Bochum - Essen - Sprockhövel - Witten - Bochum (85,1km, Ø 27,5km/h)

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Das Foto gabs schonmal - kurz danach brauchte ich neue Laufräder

Was mache ich, wenn ich einen Tag frei und sonst nichts auf der Agenda habe? Richtig: Radeln!
Mitte Mai hatte ich mit Dirk die Elfringhauser Schweiz in Angriff genommen und war aufgrund eines abgerissenen Speichennippels grandios gescheitert. Mit den neuen Laufrädern (und damit neuen Speichen und Nippeln) wollte ich das Ganze erneut angehen, diesmal solo. Das kam mir durchaus zupaß, denn ich hatte schon ein paar Tage keinen Sattel mehr unterm Hintern gehabt und wollte meine überschüssige Wadenkraft loswerden. Also volles Rohr über den Ruhrtalradweg nach Essen - warum fahr ich den nicht eigentlich immer nur an Wochentagen? Außer einigen (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) sportlich radelnden Rentnern und vereinzelten Gassigehern war herrlich viel Platz, und ich konnte es gescheit laufen lassen. Ich war zwar ziemlich fix unterwegs, immer so um den dreißiger Schnitt herum, radelte aber an sich ganz entspannt - das könnte vielleicht auch daran gelegen haben, daß ich nicht wie sonst stressigen Techno auf den Ohren hatte, sondern dem wunderbaren Unplugged-Konzert der Sportfreunde Stiller lauschte.
In Essen machte ich am “Bootshaus” Rast und schickte ein leckeres Schnitzel in die Verdauung. Die nennen das übrigens “Krüstchen”…

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Von ganz hinten: Essen im Ruhrtal, Fahrrad, Arvid

Am Baldeneysee querte ich die Ruhr und radelte am alten Bahnhof Kupferdreh vorbei - und fand dort diesmal auch den (nicht ausgeschilderten!) Weg um die Baustelle, die wir im Mai mangels erkennbarer Alternative kurzerhand mit geschulterten Rädern zu Fuß durchquert hatten: Kurz vor der Sperrung führt rechts ein gepflasterter Weg zur Parallelstraße, auf der der Radweg zweihundert Meter weiter eh herauskommen würde.
Ich folgte dem ab dort wieder bestens ausgeschilderten Radweg bis zur Schußfahrt nach Langenberg, wo beim letzten Mal die Reise mit einem hässlichen Schleifgeräusch endete. Diesmal alles paletti, wobei es auf Dauer wirklich anstrengt, “im freien Fall” die Geschwindigkeit mit den Rennrad-Bremshebeln ordentlich zu regulieren.
Aus Langenberg bog ich dann rechts ins Wodantal ab. Das führt über zwölf mehr oder weniger sanft ansteigende Kilometer bis hinauf nach Sprockhövel - und ist des Rennradlers wahrer Himmel! Wunderbarer Belag, die Steigung fordernd, aber nicht überfordernd, (zumindest Montagmittag) moderates Verkehrsaufkommen, und links und rechts strahlt einen die Mittelgebirgsidylle an, daß es nur so eine Freude ist. Hügel mit Wäldern und Wiesen, schnucklige Gehöfte und immer wieder Kühe auf herrlich grünen Weiden. Ein Schmaus für Waden und Augen gleichermaßen!

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Einfach perfekt: Wodantal

In Sprockhövel kam ich dann auf die B51, der ich sportlich bis Hiddinghausen folgte. Dort bog ich rechts auf die Wittener Straße ab, auf der man die erradelten Höhenmeter bis ins Ruhrtal wieder gescheit hinunterschießen kann. Einzig der teilweise grottig geflickte Belag macht dem Radelvergnügen dort einen Strich durch die Rechnung, aber mit gutem Blick nach vorn und ein wenig Mut zum Slalom kann man auch da erstaunlich schnell sein. Weiter unten in Witten ist die Straße schon generalüberholt - da sollte man aber wiederum ein Auge für Fußgänger und (aus)parkende Autos haben.
Über Crengeldanz nahm ich dann den direkten Weg nachhause - glücklich über eine Tour, bei der alles paßte: Ich selbst stand gut im Futter, es war nicht zu warm und blieb trocken, und ich konnte endlich mal richtig durchziehen. Keine lästigen Ampelstopps, keine überfüllten Radwege, keine permanente Suche nach der Route - so sollte es immer sein!