Projekt Rhein

Bochum - Witten - Essen - Mülheim - Oberhausen - Duisburg - Mündung Rhein-Ruhr (101,7km, Ø 23,7km/h; Verlauf des Ruhrtalradwegs bei GPSies.com)

2008-08-03_1.jpgMir geisterte schon länger der Gedanke im Kopf herum, der Ruhr bis zu ihrer Mündung hinunter zu folgen. Bisher fehlte aber stets der Antrieb oder die Zeit, es ernsthaft anzugehen. Und auch diesmal sah es nicht rosig aus, plagten mich doch am Vortag noch eklige Kopfschmerzen. Morgens erwachte ich aber topfit - und bekam gleich wieder einen Dämpfer: Der Wetterbericht sagte ein Regenrisiko von 90% voraus, und der Himmel sah im Ganzen arg grau aus. Zumindest war es mit knapp 20°C äußerst angenehm temperiert, und so startete ich (mit dem kleinen Umweg über Witten) zur Ruhr, der ich dann flußabwärts folgte.
2008-08-03_2.jpgVorbei am Kemnader See führt der meist tadellos asphaltierte Radweg - fast die ganze Zeit direkt am Wasser oder zumindest in Sichtweite - nach Westen zum Baldeneysee (den ich 2007 schon einmal bereiste). Dort gönnte ich mir dann auch die erste Pause, während der mich die beiden Sauerländer Radler wieder einholten, mit denen ich zuvor einige Kilometer teilte und die auch auf dem Weg nach Duisburg waren.
Dem Baldeneysee folgt der Kettwiger See, der kleinste der fünf Ruhrstauseen. Danach wird das Ruhrtal recht breit, und nachdem man Mülheim durchquert hat, ist man faktisch schon auf der Zielgeraden - auf der ich mir noch eine Pause im südwestlichen Zipfel Oberhausens gönnte. Die riesigen Hafenanlagen im Duisburger Norden kündigen dann schon die Mündung an, und irgendwann war es schließlich soweit: Ich hatte den Rhein erreicht.
2008-08-03_3.jpgNach ein paar Beweisfotos (die Brücke hinter mir überspannt schon den Rhein) fuhr ich aber direkt weiter, um den Körper nicht ganz zur Ruhe kommen zu lassen, schließlich mußte ich ja noch zum Hauptbahnhof in die Innenstadt. Von dort fahren regelmäßig Regionalexpreß und S-Bahn in Richtung Bochum. Für die Strecke braucht der RE nicht einmal eine halbe Stunde - in der S-Bahn, die “unterwegs an jeder Milchkanne hält”, sitzt man doppelt so lange. Es kam, wie es kommen mußte: Der RE war mir natürlich vor der Nase weggefahren. Blieb also nur die (nicht mit Fahrradabteilen gesegnete) S-Bahn, und nach einer Stunde Fahrt war ich auch schon wieder in Bochum. Vom Bahnhof nachhause, ab unter die Dusche - und dann regnete es doch noch. Glück muß man haben!

Fazit: Hundert Kilometer sind kein Pappenstiel, aber das Ruhrtal bietet landschaftlich und architektonisch so einiges auf, um die Motivation aufrecht zu halten. Eine äußerst reizvolle Tour! Nun bin ich gespannt, wieviele Freunde und Arbeitskollegen tatsächlich an einer Wiederholung der Tour teilnehmen werden - und wann wir das in Angriff nehmen. Mein Soloritt sollte dafür quasi die “Erkundungsfahrt” sein.
Ganz zum Schluß gibts noch ein Schmankerl für die Statistik: Direkt vorm Duisburger Hauptbahnhof zeigte der Velocomp die Vollendung des tausendsten Jahreskilometers an. Minimalziel für 2008 erreicht!

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